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Samstag, 17. April 2010

Ostern und Graduation

Hey Leute,

die Woche vom 29.03-04.04. war eine sehr kurze. Zunaechst war der Montag frei, da am Ende der Woche Ostern anstand. Hier ist wie in Deutschland der Freitag (Good Friday) und der Montag (Family Day) frei. Das war fuer mich das erste Osterfest seit langer Zeit ohne Familie. War schon ein komisches Gefuehl, da sich in meiner Familie aehnlich wie an Weihnachten (nicht ganz so gross) die Familie trifft. Diesmal habe ich das Wochenende eher ruhig verbracht. Nachdem viele Studenten und auch Einwohner die Stadt verlassen hatten, war es sehr ruhig. Karfreitag war zunaechst ein Trip an die Kueste mit Henning und Penny geplant, der jedoch spontan ausfiel. Also lief ich hoch zu Alis Haus, in dem ich schon eine Weile nicht mehr war. Ali hat ein paar Tage vorher bekannt gegeben, dass seine Freudin Ivy schwanger ist und seitdem hatte ich Ivy noch nicht gesehen. Ihr ging es sichtlich schlecht und alles, was sie in den letzten Tagen gegessen hatte, kam schneller wieder heraus als erwartet. Der Hoehepunkt war als Ali und ich ueber die Zubereitung von Maultaschen redeten, die Ivy gerne mal wieder essen wollte. Nur die Unterhaltung plus Bild in Kochbuch fuehrte zu einen erneuten Besuch des Bades. Abends stand ein Braai in meinen Haus auf dem Programm. Meine Vermieter waren ausgeflogen und Pool, Trampolin und Braai standen zur unser alleinigen Verfuegung (Bilder). War ein schoener Abend mit leckerem Essen, hitzigen Diskussionen, Bier kaufen im Township und ein naechtliches Baden im Pool.
Das Trampolin vor meinem Haus ist immer eine Attraktion.
Die Braai-Runde: Henning, Penny, Andi, Tope , Stuart, Jacky und Nonka.
Nonka, Penny und Andi in sichtlich guter Laune
Henning brauchte eine kleine Pause zwischendurch.

Samstag und Sonntag liess ich es recht ruhig angehen. Samstag Abend traf ich mich mit meiner Kollegin Edith in der Ratte. Wir hatten uns schon lange nicht mehr bei einem gemuetlichen Bier unterhalten und da ihre Kinder grade bei der Oma im Freestate waren, konnte sie auch mal Samstag abends ausgehen. Sonntag fiel Fussbal leider wegen mangelnder Beteiligung aus und somit sind Henning und ich zum Ausgleich zu KFC gefahren, um die nicht abtrainierten Kalorien gleich wieder aufzufuellen. Auch ne Diaet! Kein Sport und dann Fast Food. Montag Abend ging es mit Sanel in die Ratte. Ich hatte letztes Jahr eine Wette verloren als Werder das Endspiel im Uefa-Cup verloren hatte und bis zu diesem Zeitpunkt nie meine Wettschulden bezahlt: Ein Essen. An diesem Abend habe ich noch weitere Deutsche in Grahamstown kennen gelernt. So viele gibt es hier ja nicht, wenn man dass mit dem Rest des Landes vergleicht. Erkannt wurde ich ueber mein Berlin-T-Shirt, dass ich zum Abschied von Ute geschenkt bekommen habe.
Die Woche vom 06-11.04. war die Woche der Graduation. Graduation ist hier die offizielle Feier bei der alle Studenten, die im letzten Jahr ihren Abschluss gemacht haben, ihre Urkunde ueberreicht bekommen. Das wird hier sehr gross gefeiert. Dieses Jahr haben ca. 1800 Studenten mit einem Bachelor, Honours, Master oder PhD (Doktor) abgeschlossen. Da das zuviele Studenten fuer eine Feier waeren, werden die Graduation separat fuer die einzelnen Fakultaeten durchgefuehrt. Am Samstag morgen stand die Graduation der Naturwissenschaftler an. Dabei sitzen alle Studenten, die abgeschlossen haben, mit ihrem Gown (Talar) auf der Buehne.

Buehne mit den Studenten, die ihren Abschluss erhalten

Buehne mit Studenten und den Mitglieder der Fakultaet

Im ersten Bild waren vorne die Plaetze noch frei, da dort die Mitglieder der Fakultaet mit Abschluss in ihren Gown und Cap (Doktorhut) sitzen. Ich sollte dort auch sitzen, da ich aber kein Gown besitze, war das in diesen Jahr leider nicht moeglich. Ich muss dabei den Gown der Uni tragen, bei der ich abgeschlossen habe. Diese Tradition mit dem Tragen von Gown ist in den meisten deutschen Unis seit den 60er Jahren nicht mehr ueblich. Ich bin gerade dabei von der Humboldt Unniversitaet zu erfahren, wie der Gown dort aussieht und dann werde ich diesen hier nachschneidern lassen. Die Zeremonie der Graduation dauert ca. 2,5 h. Zunaechst werden Reden gehalten. Dann kommt jeder Student einzeln auf die Buehne, der Name wird vom Dekan vorgelesen , der Student muss vor dem Kanzler niederknien, ihm wird der Hut des Kanzlers auf den Kopf "geschlagen" und am Ende wird dem Student der Hood (Kapuze) vom Registar umgehangen. Danach gilt der Student offiziell als graduiert.
Wadzi bei der Verlesung ihres Namens von unserem Dekan Prof. Ric Bernhard
Student kniet vor dem Kanzler der Rhodes University
Studentin erhaelt ihren Hood von Registar der Rhodes University

Nach der Graduation hat mich Prof. Nyokong mit zum PhD Lunch genommen. Das ist ein Bankett zu dem die frisch gebackenen Doktoren mit einen Gast ihrer Wahl und ihren Betreuern eingeladen werden. Ich habe Wadzi in den letzten Monaten ihrer Doktorarbeit noch ein wenig mitbetreut und so war Prof. der Meinung, dass ich es verdient habe, dort zu sein. War ein sehr schoenes 4-Gaenge-Menue. Danach ging es zur Garten Party. Dort treffen sich alle Graduierten und feiern mit ihrer Familie und Freunden und machen Fotos mit ihren Betreuern in Gown, Hood und Cap.

Wazi und ich auch der Garden Party

Danach habe ich mich von den offiziellen Feiern geloest und bin zu Ali auf ein Braai gefahren. Von dort ging es spaeter noch zu Wadzis Party auf der viel zu afrikanischer Musik getanzt wurde. Von dort wiederum ging es ins Yellow House und spaeter ins Old Jail. Am Ende des Abends fiel ich totmuede ins Bett. Meine erste Graduation in Grahamstown.
Sonntag stand wie immer Fussball an. Leider habe ich mir dabei eine Zerrung zugezogen und nachdem ich Mittwoch schon wieder auf dem Platz war und es sich verschlimmert hat, muss ich wohl morgen pausieren.
Diese Woche (12.-heute) stand die Installation eines neuen Aufbaus an. Wir haben einen sogenannten Z-Scan erhalten. Will euch nicht mit Details langweilen und die Physiker unter euch wissen bescheid. Bezahlt wird das Ganze von der suedafrikanischen Armee. Zunaechst kam Pieter, eine Physiker aus Stellenbosch am Dienstag an und baute das Ding auf. Donnerstag kamen die Leute von der Armee und vom CSIR und mussten mit Vortraegen und Demonstrationen bespasst werden. Das ganze endete mit einem Lunch im oertlichen italienischen Restaurant.
Offizielle Uebergabe des Z-Scans (schwarze Kiste), v.l. Rob (Armee), Prof., Pieter (Stellenbosch)

Am Abend verabschiedete sich Andi von uns mit Kaesespaetzle. Andi kommt aus der Naehe von Karlsruhe und wollte sich mit einem heimischen Gericht von uns verabschieden. Leider sitzt der arme seit gestern nun in Joburg fest und hofft, dass sich die Aschewolke ueber Europa verzieht. Gestern Abend habe ich nur noch kurz im Yellow House vorbei geschaut, um Jesko ein paar Ideen fuer seinen neuen Mittagstisch zu geben. Dabei ist mir aufgefallen, dass wohl doch irgendwann mit einer Bar oder einem Restaurant meinen Lebensunterhalt verdienen werde.
Nun mache ich mich nochmal an den letzten Schliff fuer meine Vorlesung, denn naechste Woche werden die Unterlagen fuer die Studenten gedruckt.

Bis zum naechsten Mal aus dem nun herbstlichen Grahamstown

Liebe Gruesse

Christian