muede, aber froehlich kamen wir am Montag vom England-Spiel nach Grahamstown zurueck. Die ganze Fahrt (6 h) ging es in unseren Gespraechen hauptsaechlich um Fussball und was noch alles moeglich sein koennte. Wir machten am Lake Garip halt, da dort Henning die Proben (Fische) fuer seine Doktorarbeit gesammelt hatte. Der Lake Garip war urspruenglich ein Fluss und wurde Anfang der 70er Jahre aufgestaut. Danach fingen biologen an zu untersuchen, welchen Einfluss das auf die Population der einheimischen Fische und des fremd eingebrachten Karpfen hatte. 1977 endete dieses Projekt und Hennings Aufgabe war es 2007 wieder mit dem Proben sammeln zu beginnen und heraus zu finden, was sich in der Zwischenzeit getan hatte.
Am Fluss Garip auf der anderen Seite der StaumauerDirekt nach der Ankunft am Nachmittag ging ich noch einmal ins Buero um meine Mails zu checken und zu schauen, ob noch allles funktioniert. Beim obligatorischen Tee traf ich meine Chefin und erzaehlte sogleich das erlebte. Sie fragte mich, wann ich dann zum Argentinien-spiel fahren wuerde. Ich meinte, dass ich keine Karten haette, es sicher keine mehr gaebe und ich auch nicht wuesste, wie ich nach Kapstadt (900 km) kommen sollte. sie meinte, da findet sich sicher ein Weg und ich sollte auf jeden Fall fahren. Nach diesem Gespraech setze ich mich an den Rechner und konnte nicht widerstehen auf die FiFa-homepage zu gehen und nach Karten zu schauen. Dort waren auf einmal Karten fuer alle Kategorien zu bekommen. Nachdem ich getestet hatte, ob man die wirklich buchen konnte, rief ich Henning an und fragte, ob er dabei ist, wenn ich Tickets kaufe. Er meinte, er waere fertig und muede und will nicht mehr. Ich legte auf und starrte auf den Bildschirm. Da kam meine Kollegin Wadzi (fussballverrueckt) rein und ich erzaehlte ich kurz die Geschichte. Sie meinte, kauf, die chance kommt nie wieder. Alles andere klaert sich spaeter. Also kaufe ich 2 Karten und rief Henning wieder an und meinte:"Kein Druck jetzt, aber ich hab Karten und wenn du willst, kannste mitkommen." Henning war an diesem Abend zu keiner Entscheidung faehig.
Aber im Laufe der naechsten Tage entschloss Henning sich mitzukommen und so ging es am Freitag nachmittag Richtung P.E. Wir hatten ja auch noch Karten fuer Brasilien gegen Niederlande und wollten zunaechst Freitag nachhmittag dort hin. Es war ein spannendes Spiel selbst fuer einen neutralen Zuschauer und ich erwischte mich dabei (zum ersten Mal in meiner Fussballkarriere) fuer Holland zu sein. Am Ende gewannen die Niederlaender und wir konnten nur lurz fuer die Siegesfeier bleiben, da unser Zeitplan eng war. Fuer uns ging es direkt in das 200 km entfernte Stormsriver, wo wir zunaechst Ghana-Uruguay in einem Hotel sehen wollten und uns dann noch fuer ein paar Stunden schlafen legen wollten.
In einem Public Taxi auf dem Weg ins Stadion zum Spiel Braslien-Niederlande
Dort trafen wir Nani, die Quoten-Brasilianerin von Grahamstown.In Stromriver kamen wir direkt zum Anstoss des Spiels an. Durch Zufall waren dort auch gerade Kollegen von Henning auf einem Feldtrip im Tsitsikamma Nationalpark mit denen wir uns in dem einzigen Hotel verabredeten. Beim einem Burger mit Bier schauten wir dann das dramatische Spiel und waren am Ende recht enttaeuscht, das Ghana ausgeschieden war. Fuer uns ging es in ein kleines B&B die Strasse runter, um noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Nach 4 h war jedoch die Nacht um 5 Uhr rum und nach einem halben Becher Kaffee ging es weiter Richtung Kapstadt. die Garden Route ist eine traumhafte Strecke und jeder, der hier runterkommt, muss das mal gesehen haben. Wir koennte das alles nicht so richtig geniessen, da wir gegen 12.00 Uhr in Kapstadt sein wollten. Gesagt getan, die deutsche Praezision hatte sich mal wieder durchgesetzt und wir kamen puenktlich in Kapstadt an bei Sven und Flunki an. Ebenfalls zwei deutsche, die fuer das Deutschland-Serbien uns besucht hatten. Nach einem kurzen Bruch ging es auf zum Bahnhof vor der Tuer. Leider waren die Zuege brechend voll, so dass wir uns entschlossen hoch zur Strasse zu laufen und nach einem Public Taxi Ausschau zu halten. Das fanden wir auch sogleich und los ging die gefaehrliche Fahrt.
Eigentlich wollten wir mit dem Zug von Observatory zum Stadion, aber der war voll.Public Taxi in Kapstadt heisst auch immer ein wenig um sein Leben fuerchten. Wir waren lauter Deutschland-Fans bis auf einen Schweizer, der sich als Argentinier verkleidet hatte (siehe Bild). Als wir kurz vor unserem Ziel in einen riesigen Stau geraten, reisst dieser das Fenster auf, haengt sich aus dem Fenster und ruft:"Hilfe, die Deutschen haben mich als Geisel genommen, holt mich hier raus." In unserem Public Taxi und allen Autos um uns herum brach schallendes Gelaechter aus. Nach 10 min im Stau ohne Bewegung entschlossen wir uns den Rest zu laufen.
Also ab ins Public Taxi. Das war ne aufregende und lebensgefaehrliche Fahrt!Zwischen der Innenstadt und dem Stadion (ca. 1.5 km) war einen langer Fanwalk (Fan Fussgaengerpassage) abgesperrt worden.Hier liefen aber nicht nur Leute mir Karten lang sondern jeder, der die Stimmung miterleben wollte. Da gab es zig Buden mit Essen und Getraenken, Musikgruppen, die fuer Stimmung sorgten und tausende Menschen, die den Fanwalk zu einem Erlebnis machten. Wir kamen ohne Probleme ins Stadion und als wir unsere Plaetze erreichten, waren wir begeistert von Stimmung und sicht. Diesmal sollten wir auch noch ueber dem deutschen Block sitzen. Zum Spiel brauche ich wieder nicht viel zu sagen. Es war ein Traum bei solch einem Spiel live dabei gewesen zu sein und ich weiss, dass das eine Geschichte ist, die ich noch in 40 Jahrem jeden erzaehlen werde, egal, ob er oder sie sie hoeren will oder nicht.
Der Rest dann zu Fuss auf dem Fanwalk. Im Hintergrund ist das Stadion.
Henning und ich vor dem Eingang. Kein Wunder, dass die Argentinier Angst hatten! Der Berlin-Schal von Henning ist uebrigens der Grund, warum Arne so eine gute WM gespielt hat.
Die Sicht von unseren Plaetzen
Mesut, Basti und Poldi beim Freistoss, Merte mach sich auf Richtung Tor.
Jubel nach dem Tor von Arne
Grenzenloser Jubel der deutschen Fans nach dem Spiel!Nach dem Spiel ging es noch in einen nahegelegenen Pub. Dort schauten wir uns noch das Spiel Spanien gegen Paraguay an, aber irgend war das wieder nicht mehr so sehr von Bedeutung. Wir hatten Glueck, dass Svens Freundin Kanya gegen 0.00 Uhr auftauchte und uns nach Hause fuhr. Totmuede fielen wir ins Bett und erst nach 10 h wachten Henning und ich aus unserem Koma wieder auf. Die letzten Tage und Wochen hatten ihre Spuren hinterlassen. Nach einem ausgiebigen Fruehstueck ging es Richtung Heimat. Diesmal fuhren wir das Stueck in einem Rutsch durch. Ein kleiner Halt bei Ocean Basket (Fisch und frische Austern) in Knysna sollte uns noch Kraft geben. Sonntag Abend um 23.00 Uhr war ein langes und unvergessliches WE zuende.
Am Ende wurde Deutschland Dritter. Ich habe auch noch versucht Karten fuer das Halbfinale zu bekommen, aber die Internetverbindung der Uni brach in dieser Woche zusammen. Am Ende sahen wir Halbfinale und Finale in der Ratte. Tolle WM und ich bin uebergluecklich so nah dabeigewesen zu sein.
Liebe Gruesse
Christian
Die Weg zum Stadion. Grandiose Stimmung!
Die argentinische Nationalhymne, achtet auf die Fans!
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