Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Samstag, 13. März 2010

Wieder mal Kapstadt

Liebe Leute,

letzte Woche (1.-7.03) stand mal wieder ein Trip nach Stellenbosch an. Nachdem wir im Dezember schon einige Messungen an unseren Proben gemacht haben, wollten wir das Projekt nun weiterfuehren und bahnbrechende Erfolge erzielen. Mein direkter Kooperationspartner in Stellenbosch ist Patrizia.
Patrizia hat ihre Doktorarbeit in Muenchen gemacht und ist danach nach Stellenbosch in die Arbeitsgruppe von Prof. Schwoerer gegangen. Unsere gemeinsamen Messungen fuehren wir mit einer Methode durch, die sich Femtosekunden Transiente Absorptionsspektroskopie nennt. Da den meisten Lesern das nichts sagt, nur soviel, man kann damit Vorgaenge messen, die ca. 10000 Millardstel einer Sekunde schnell sind. Schwer vorzustellen? Egal, auf jeden Fall verdammt schnell. Genau das versuchen wir gerade mit Proben aus meinem Labor in Grahamstown.
So sieht das dann ungefaehr aus. Will euch hier nicht mit Details langweilen, nur soviel, die grosse Kiste hinten links ist ein Laser.
Leider kam es in den drei Tagen von Mittwoch bis Freitag nicht zum erhofften Durchbruch, aber wir haben eine Menge gelernt und ich diesmal alle meine Dinge behalten. ;-)
Freitag habe ich dann mal wieder die Naehe von Kapstadt und Stellenbosch genutzt und bin dort hingefahren. Uebernachtet habe ich bei Maia, die mittlerweile in Kapstadt Public Relation studiert. Da ich trotz meiner vielen Kapstadt-Besuche immer noch nicht auf dem Tafelberg war, aber das Wetter fantastisch war, stand ein Trip auf den Berg an. Es gibt viele Wanderwege auf den Gipfel oder man nimmt die touristenfreundliche Seilbahn. Da Maia keine Wanderschuhe am Start hatte und die kanpp 40 Grad auch nicht zu einer stundenlangen Wandertour einluden, ging es per Seilbahn hinauf.
Die Aussicht von oben ist herrlich. Es stellt sich oben auf einmal eine Ruhe ein, die man von Kapstadt nicht kennt. Nachdem wir eine ganze Weile auf dem Gipfel herumgelaufen sind und wir die Ausicht von allen Seiten genossen haben, ging es wieder hinunter.
Eigentlich wollten wir den herrlichen Rest des Tages an einem Strand verbringen, aber diese Idee hatten nicht nur wir. Und da durch die anstehende WM ueberall in Kapstadt gebaut wird haben wir die naechsten zwei Stunden auf den Strassen Kapstadts verbracht. Letztendlich haben wir den Strand noch erreicht, aber der starke Wind liess uns nach einer halben Stunde wieder aufbrechen. Mittlerweile war der Tag auch schon fast rum und als wir Zuhause ankamen, war es Zeit etwas zum Abendbrot zu essen.
Am naechsten Morgen (Sonntag) ging es fuer mich schon wieder zurueck nach Grahamstown. Montag sollte eine langweilige Lasersicherheitsbelehrung anstehen, die ich leider nicht verpassen durfte. Direkt zurueck in Grahamstown erhielt ich eine Einladung von Ali zu ihm hoch zu einem Braai zu kommen. Also hiess es schnell einkaufen, nach Hause und dann zu Ali. Dort sassen schon Andi, ein Gaststudent aus Deutschland, eine Kollegin von Ali, eine Gaststudentin aus Frankreich und Ivy. Spaeter kam noch Henning. Fuer uns beide ging es zum Fussball, aber nicht ohne versprechen wiederzukommen. Das taten wir auch und nachdem auch noch Penny und Jacky ankamen und uns das Bier ausging, fuhren Penny und Jacky ins Township, um neues Bier zu kaufen. Das ist Sonntag der einzige Ort bei dem man Alkohol um diese Zeit bekommt (illegal, da Alkoholverkauf am Sonntag nur bis 12.00 Uhr mittags verlaubt ist). Als wir die Beiden anrufen wollten, da sie so lange brauchten und feststellten, dass sie beide ihr Handy vergessen hatte, wurden wir nervoes. Gluecklicherweise ist den beiden nichts passiert. Es ist nichts so, dass Leute staendig in Townships ueberfallen werden, aber Sorgen macht man sich trotzdem in einem solcehn Fall. Am Ende es Abend endete nicht allzu spaet, denn die meisten mussten am naechsten Tag wieder arbeiten.
In der vergangenen Woche (8-heute) habe ich dann Tribut fuer das Leben mit Klimaanlagen gezahlt. Ich werde sehr selten krank und bekomme wahrscheinlich alle 5 Jahre mal Fieber, aber dieser Wechsel zwischen heissem Buero und kaltem Labor hat selbst meinem Immunsystem den Gar ausgemacht. Schon anfang der Woche fuehlte ich mich den ganzen Tag ueber muede, habe das aber dem Wetter zugeschoben. Am Donnerstag ging dann nichts mehr. Mit Fieber und Gliederschmerzen fuhr mich meine Kollegin Edith mittags nach Hause. Am naechsten Morgen nach etlichen Stunden Schlaf war das Fieber wieder weg, aber die Gliederschmerzen noch dort. Trotzdem ging ich etwas spaeter zur Arbeit, da mit die Decke Zuhause auf den Kopf fiel und die Vorlesungen, die ich bald halten werde, mal fertig werden muessen. Heute bin ich schon wieder hergestellt.
Soviel mal wieder von mir!

Liebe Gruesse aus dem Sueden

Christian

1 Kommentar: