Hey Leute,
wir Deutschen hier in Suedafrika haben eine Abkuerzung erfunden, die wir uns gegenseitig zurufen, wenn mal wieder etwas fuer uns typisch afrikanisches passiert: TIA oder auch TISA. That is Africa oder That is South Africa. Diese Woche war es mal wieder soweit, aber dazu spaeter.
Letzte Woche (15-21.03) war ich weiter hauptsaechlich mit der Vorbereitung meiner Vorlesung beschaeftigt. Parallel mussten schon die Fragen fuer das Exam im Juni gestellt werden und da ich nicht mal genau wusste, was ich in meiner Vorlesung machen werde, war das eine besondere Ausfgabe. Jetzt muss ich wohl eine Vorlesung um meine Exams-Aufgaben basteln. Aber mittlerweile ist die Vorlesung fast fertig. Den Rest muss ich anpassen, wenn es los geht. Am Mittwoch war St. Patricks Day. ein irischer Feiertag. Zwar sind hier kaum Iren zu finden in dieser Stadt, aber hier wird jede Gelegenheit genutzt etwas zu feiern. Gefeiert wird zu Ehren des irischen Nationalheiligen St.Patrick, der an einem 17. März im 5. Jahrhundert gestorben sein soll. An diesem Tag wird hauptsaechlich gruen getragen und alle Getraenke gruen gefaerbt. Es wird hauptsaechlich getrunken und gefeiert.
Am Sonntag war Human Rights Day. Da wird in Suedafrika an das Massaker von Sharpeville 1960 gedacht. Da es sich zum 50sten Mal jaehrte waren auch in der deutschen Presse viele Artikel dazu zu finden. Hier in Suedafrika gibt es eine tolle Regelung, wenn ein Feiertag auf einen Sonntag faellt. Der Montag danach ist auch frei!!! Sonntag war ich und der Rest der Bande zu Dion eingeladen zum Abendbrot. Dion huetet derzeit Guys Haus, da dieser wie schon mal erwaehnt nun fuer 3 Jahre nach England zurueckgegangen ist. Dion ist ein begnadeter Koch und servierte uns Lamm in Rotweinsosse und dazu Kartoffelbrei und eine Mus aus Kuerbis und Erdnusscreme. Das hoert sich erstmal komisch an, schmeckt aber fantasisch. Zum Nachtisch gab es Milchreis mit Erdbeeren. Ein netter Abend zumal der Montag ja frei war. Montag stand nach einem entspannten Tag ein abendbrot im Yellow House an. Jesko baut derzeit ein Sonnendeck, um weitere Gaeste anzulocken und wir (Henning, Penny, Andi, Nonca) waren eingeladen, um es inoffiziell einzuweihen. Dazu haben wir Jesko bersprochen, dass jeder mal in den naechsten Wochen ein schnelles Gericht fuer seinen neuen Mittagstisch kocht. An diesem Wochenende war Henning mit vegetarischen Tortillas dran. Vegetarisch, weil Jesko kein Fleisch und nur Fisch isst. War ein schoener Abend auf dem Deck.
In dieser Woche (22.03-heute) begann das SciFest. Das ist eine Veranstaltung in der viele verschiedene Angebote zum Thema Science (Wissenschaft) angeboten werden. Da werden Vortraege, Workshops, Vorfuehrungen und eine Lasershow angeboten. Meine Chefin sollte dieses Jahr den Eroeffnungsvortrag halten und der stellvertretende Bildungsminister sollte vorbeikommen und die Veranstaltung eroeffnen. Das Fernsehen war deshalb auch da. Ich wurde kurzerhand zum Technikchef ihres Vortrag berufen und sollte sie danach mit ein paar Mitgliedern unserer Gruppe zum Stehempfang begleiten. Als Ueberrascung fuer Prof. sollte Megan (Masterstudentin) sie offiziell vorstellen. Wir hatten es geschafft die Sache fuer einige Monate geheim zu halten und Prof. war sichtlich geruehrt von der Rede. Danach gab sie einen fuer sie typischen, sehr lustigen Vortrag bis zu dem Punkt als auf einmal ihr Laptop sich updaten wollte. Ich duerfte nicht bis kurz vor ihrem Vortrag auf die Buehne um alles fuer ihren Vortrag vorzubereiten und so musste ich einem der Mitarbeiter sagen, was zu tun ist. Leider hat er mir nicht zo richtig zugehoert. Naja also muesst ihr euch vorstellen, dass mitten im Vortrag auf einmal Fenster auf dem Bildschirm aufpoppten und Prof. vor 1000 Leuten sagt:" Oh, was hab ich da gemacht? CHRISTIAN, hilf mir!" Also sprang ich auf und lief nach vorne. Auf der Buehne angekommen, hatte sie das Problem bereits geloest, also drehte ich auf der Buehne um und ging zurueck zu meinem Platz. Danach kannten mich ca. 900 Leute mehr in Grahamstown. Das kam mir auf dem Stehempfang zugute, als die Frau des Vizekanzlers der Uni meinte:" Ahha, du bist also Christian." Das ist auch ein Weg Leute kennen zu lernen! Beim Stehempfang gab es im Gegensatz zu vielen europaeischen Konferenz-Bueffets reichlich zu essen und zu trinken. Und da fing mein Dilemma des Abends an. Ich legte mit ein wenig Wein vor. Danach ging es mit unserer Sekretaerin Gail in die Ratte. Es wollte keiner mehr mit und somit blieben wir beiden uebrig. Dort wollte ich eigentlich nur Bier trinken, aber dann entdeckte mich Vanessa. Vanessa ist eine deutschstaemmige Kellnerin in der Ratte, die freitags und samstags oft mit Minirock und Glaeserguertel, die jungen Menschen in der Ratte zum Shots trinken animieren soll. Das vermeide ich normaler Weise, da ich weder jung bin noch gerne fertige Shots (in pinkfarbenen Flaschen) trinke. Vanessa hatte mich schon am Mittwoch gefragt, ob ich nicht am Freitag in die Ratte komme und Shots trinke. Vollmundig und typisch suedafrikanisch habe ich zugesagt, in der Annahme am Freitag nicht dort aufzutauchen. Leider hatte ich das vergessen und damit war ich verloren. Also gab es noch Shots. So und an diesem Punkt kann man sich schon ausrechnen, wie es mit am naechsten Tag ging. Ich bin aber tatsaechlich noch in Richtung Yellow House weitergezogen und von dort noch ins Old Jail mit Henning, Penny und Andi. Der Kater am naechsten Morgen war ein der schlimmsten in Suedafrika.
So und zum Schluss wieder zurueck zu TIA. Diese Wochen Mittwoch fiel mal wieder das Wasser in der ganzen Stadt aus. Wir bekommen Wasser von verschiedenen Daemmen rund um Grahamstown. An dem Damm, der uns derzeit versorgt, sind 4 kaputte und eine funktionierende Reservepunpe. So und was ist diese Woche passiert? Richtig, die Reservepunmpe fiel aus. Ja und dann muessen natuerlich Teile von Pretoria bestellt werden, also faellt das Wasser in bestimmten Teilen der Stadt 4! Tage aus. Die Stadtverwaltung hier ist wirklich schlecht gefuehrt und die Leute machen immer erst etwas, wenn etwas passiert. Vielleicht mal 1-2 Pumpen reparieren, in der Zeit, wenn die Reservepumpe laeuft, faellt hier keinem ein. Und in solchen Momenten faellt immer wieder der Spruch TIA. Das sind hausgemachte Problem und die Leute in der Stadtverwaltung bekommen das einfach nicht auf die Reihe. Ein Grund ist, dass viele gute Ingenieure von hier weggegangen sind. Das ist auch weniger ein Problem von ganz Suedafrika, denn mehr ein Problem vom Eastern Cape und Grahamstown. Ja und als Deutscher, wenn auch schon seit einem knappen Jahr hier, muss man sich auch mal aufregen und meckern, sonst waere man ja nicht deutsch und Praezision und Schnelligkeit gewohnt.
Soviel von mir!
Liebe Gruesse
Christian
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Sonntag, 28. März 2010
Samstag, 13. März 2010
Wieder mal Kapstadt
Liebe Leute,
letzte Woche (1.-7.03) stand mal wieder ein Trip nach Stellenbosch an. Nachdem wir im Dezember schon einige Messungen an unseren Proben gemacht haben, wollten wir das Projekt nun weiterfuehren und bahnbrechende Erfolge erzielen. Mein direkter Kooperationspartner in Stellenbosch ist Patrizia.
Patrizia hat ihre Doktorarbeit in Muenchen gemacht und ist danach nach Stellenbosch in die Arbeitsgruppe von Prof. Schwoerer gegangen. Unsere gemeinsamen Messungen fuehren wir mit einer Methode durch, die sich Femtosekunden Transiente Absorptionsspektroskopie nennt. Da den meisten Lesern das nichts sagt, nur soviel, man kann damit Vorgaenge messen, die ca. 10000 Millardstel einer Sekunde schnell sind. Schwer vorzustellen? Egal, auf jeden Fall verdammt schnell. Genau das versuchen wir gerade mit Proben aus meinem Labor in Grahamstown.
So sieht das dann ungefaehr aus. Will euch hier nicht mit Details langweilen, nur soviel, die grosse Kiste hinten links ist ein Laser.
Leider kam es in den drei Tagen von Mittwoch bis Freitag nicht zum erhofften Durchbruch, aber wir haben eine Menge gelernt und ich diesmal alle meine Dinge behalten. ;-)
Freitag habe ich dann mal wieder die Naehe von Kapstadt und Stellenbosch genutzt und bin dort hingefahren. Uebernachtet habe ich bei Maia, die mittlerweile in Kapstadt Public Relation studiert. Da ich trotz meiner vielen Kapstadt-Besuche immer noch nicht auf dem Tafelberg war, aber das Wetter fantastisch war, stand ein Trip auf den Berg an. Es gibt viele Wanderwege auf den Gipfel oder man nimmt die touristenfreundliche Seilbahn. Da Maia keine Wanderschuhe am Start hatte und die kanpp 40 Grad auch nicht zu einer stundenlangen Wandertour einluden, ging es per Seilbahn hinauf.
Die Aussicht von oben ist herrlich. Es stellt sich oben auf einmal eine Ruhe ein, die man von Kapstadt nicht kennt. Nachdem wir eine ganze Weile auf dem Gipfel herumgelaufen sind und wir die Ausicht von allen Seiten genossen haben, ging es wieder hinunter.
Eigentlich wollten wir den herrlichen Rest des Tages an einem Strand verbringen, aber diese Idee hatten nicht nur wir. Und da durch die anstehende WM ueberall in Kapstadt gebaut wird haben wir die naechsten zwei Stunden auf den Strassen Kapstadts verbracht. Letztendlich haben wir den Strand noch erreicht, aber der starke Wind liess uns nach einer halben Stunde wieder aufbrechen. Mittlerweile war der Tag auch schon fast rum und als wir Zuhause ankamen, war es Zeit etwas zum Abendbrot zu essen.
Am naechsten Morgen (Sonntag) ging es fuer mich schon wieder zurueck nach Grahamstown. Montag sollte eine langweilige Lasersicherheitsbelehrung anstehen, die ich leider nicht verpassen durfte. Direkt zurueck in Grahamstown erhielt ich eine Einladung von Ali zu ihm hoch zu einem Braai zu kommen. Also hiess es schnell einkaufen, nach Hause und dann zu Ali. Dort sassen schon Andi, ein Gaststudent aus Deutschland, eine Kollegin von Ali, eine Gaststudentin aus Frankreich und Ivy. Spaeter kam noch Henning. Fuer uns beide ging es zum Fussball, aber nicht ohne versprechen wiederzukommen. Das taten wir auch und nachdem auch noch Penny und Jacky ankamen und uns das Bier ausging, fuhren Penny und Jacky ins Township, um neues Bier zu kaufen. Das ist Sonntag der einzige Ort bei dem man Alkohol um diese Zeit bekommt (illegal, da Alkoholverkauf am Sonntag nur bis 12.00 Uhr mittags verlaubt ist). Als wir die Beiden anrufen wollten, da sie so lange brauchten und feststellten, dass sie beide ihr Handy vergessen hatte, wurden wir nervoes. Gluecklicherweise ist den beiden nichts passiert. Es ist nichts so, dass Leute staendig in Townships ueberfallen werden, aber Sorgen macht man sich trotzdem in einem solcehn Fall. Am Ende es Abend endete nicht allzu spaet, denn die meisten mussten am naechsten Tag wieder arbeiten.
In der vergangenen Woche (8-heute) habe ich dann Tribut fuer das Leben mit Klimaanlagen gezahlt. Ich werde sehr selten krank und bekomme wahrscheinlich alle 5 Jahre mal Fieber, aber dieser Wechsel zwischen heissem Buero und kaltem Labor hat selbst meinem Immunsystem den Gar ausgemacht. Schon anfang der Woche fuehlte ich mich den ganzen Tag ueber muede, habe das aber dem Wetter zugeschoben. Am Donnerstag ging dann nichts mehr. Mit Fieber und Gliederschmerzen fuhr mich meine Kollegin Edith mittags nach Hause. Am naechsten Morgen nach etlichen Stunden Schlaf war das Fieber wieder weg, aber die Gliederschmerzen noch dort. Trotzdem ging ich etwas spaeter zur Arbeit, da mit die Decke Zuhause auf den Kopf fiel und die Vorlesungen, die ich bald halten werde, mal fertig werden muessen. Heute bin ich schon wieder hergestellt.
Soviel mal wieder von mir!
Liebe Gruesse aus dem Sueden
Christian
letzte Woche (1.-7.03) stand mal wieder ein Trip nach Stellenbosch an. Nachdem wir im Dezember schon einige Messungen an unseren Proben gemacht haben, wollten wir das Projekt nun weiterfuehren und bahnbrechende Erfolge erzielen. Mein direkter Kooperationspartner in Stellenbosch ist Patrizia.
Leider kam es in den drei Tagen von Mittwoch bis Freitag nicht zum erhofften Durchbruch, aber wir haben eine Menge gelernt und ich diesmal alle meine Dinge behalten. ;-)
Freitag habe ich dann mal wieder die Naehe von Kapstadt und Stellenbosch genutzt und bin dort hingefahren. Uebernachtet habe ich bei Maia, die mittlerweile in Kapstadt Public Relation studiert. Da ich trotz meiner vielen Kapstadt-Besuche immer noch nicht auf dem Tafelberg war, aber das Wetter fantastisch war, stand ein Trip auf den Berg an. Es gibt viele Wanderwege auf den Gipfel oder man nimmt die touristenfreundliche Seilbahn. Da Maia keine Wanderschuhe am Start hatte und die kanpp 40 Grad auch nicht zu einer stundenlangen Wandertour einluden, ging es per Seilbahn hinauf.
In der vergangenen Woche (8-heute) habe ich dann Tribut fuer das Leben mit Klimaanlagen gezahlt. Ich werde sehr selten krank und bekomme wahrscheinlich alle 5 Jahre mal Fieber, aber dieser Wechsel zwischen heissem Buero und kaltem Labor hat selbst meinem Immunsystem den Gar ausgemacht. Schon anfang der Woche fuehlte ich mich den ganzen Tag ueber muede, habe das aber dem Wetter zugeschoben. Am Donnerstag ging dann nichts mehr. Mit Fieber und Gliederschmerzen fuhr mich meine Kollegin Edith mittags nach Hause. Am naechsten Morgen nach etlichen Stunden Schlaf war das Fieber wieder weg, aber die Gliederschmerzen noch dort. Trotzdem ging ich etwas spaeter zur Arbeit, da mit die Decke Zuhause auf den Kopf fiel und die Vorlesungen, die ich bald halten werde, mal fertig werden muessen. Heute bin ich schon wieder hergestellt.
Soviel mal wieder von mir!
Liebe Gruesse aus dem Sueden
Christian
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