Sonntag konnte ich endlich mal wieder ausschlafen. Bin ein Glueck noch rechtzeitig zum Fruehstueck wach geworden. Danach hab ich mich aber nochmal aufs Ohr gehauen. Anscheinend hatte ich das Jetlag samt Magen-Darm-Problem und Kopfschmerz am Expo-Tag noch nicht so ganz ueberwunden. Um 13.00 Uhr sollte mich dann Cen Yan abholen, um mir das Shopping-Center zu zeigen. Der stand dann auch puenktlich mit seinem Cousin, der kein Wort Englisch sprach, vor der Tuer. Also zogen wir drei Lustigen zwei in Richtung Shopping-Center. Dort angekommen entschieden wir uns in den Walmart zu gehen. Dort wollte ich endlich mal wieder Obst kaufen und schauen, was es so fuer chinesische Spezialitaeten gibt. Ich fragte Cen Yan, was man so als Snack in China isst, jedoch im gleichen Moment hatte ich ein komisches Gefuehl und kurze Zeit spaeter wusste ich warum. Er zeigte mir einzeln verpackte und anscheinend gekochte Fleischstuecke vom Rind und Schwein, Goetterspeise mit irgendwelchen Fruechten drin und zu guter letzte die beruehmten Huehnerfuesse auf denen die hier rumkauen (es gibt sie wirklich). Ich wollte nicht alle Vorschlaege ablehnen entschied mich fuer die Goetterspeise und die Fleischstuecke, die Hueherfuesse lehnte ich doch dankend ab. Ich kaufte dann aber noch gute Daim Schokolade, auch ein paar Pistazien und Broetchen. Ja, es gibt hier Broetchen und keine schlechte Auswahl! Damit ging es wieder zurueck ins Hotel. Dann gab es erstmal Mittag mit diesen Rindfleischbrocken, die komisch aussahen, aber lecker waren, Broetchen, Ananas und Schokolade. Das war mal wieder etwas europaeischer. Danach habe ich an dem China Special geschrieben. Qin Yan Li schrieb mir noch am Freitag, dass sie Sonntag Abend Experimente am Konfokalen Laserscanning-Mikroskop macht. Das ist ein Mikroskop mit dem man hier in erster Linie beobachtet wie gut Krebszellen die Nanopartikel und Molekule, die wir in Suedafrika herstellen, aufnehmen und wie viele nach Lichtbestrahlung sterben. Das ist die erste Stufe, um zu testen wie lebende Organismen auf unsere Molekuele und Nanopartikel reagieren. Bei Erfolg folgen danach Tierversuche und irgendwann klinische Studien. Ich machte mich gegen 19.30 Uhr auf zum Labor. Leider musste ich feststellen, dass die Tueren geschlossen waren. Nachdem ich schon fast uber den Zaun geklettert waere, fand ich doch noch ne offene Tuer und kam rein. Leider habe ich den falschen Aufgang genommen und landete in einem anderen Gebauede. Nachdem der Hausmeister ohne Englischkenntnisse mir wenig weiterhelfen konnte, fand ich noch einen Studenten, der mich verstand und mich ins richtige Gebaeude fuehrte. Hier fand ich dann auch Yan Li und sie erklaerte mir den Aufbau und ihr Projekt. Danach kehrte ich wieder zum Hotel zurueck, arbeitete noch ein wenig an meinem Vortrag und ging schlafen.
Montag mittag sollte ich meinen zweiten Vortrag halten. Ich arbeitete am Vormittag noch ein wenig am Vortrag und hielt dann den Vortrag wieder vor der Arbeitsgruppe. Es gab wieder keine Fragen der Studenten, aber eine interessante Diskussion mit den beiden anwesenden Profs. Danach beschloss ich in mein Hotelzimmer zu gehen, da ich dort einen besseren Internetanschluss habe. Dort arbeitete ich noch ein wenig an der Beschaffung von Daten, die fuer den neuen Aufbau hier noetig waren. Abends beschloss ich einfach mal loszulaufen. Ein Waliser Kommunikations-Prof. hatte mir beim Fruehstueck eine Visitenkarte von einem Restaurant gegeben und meinte das waere super und das wollte ich mir anschauen. Wollte mir das Restaurant aber erstmal ansehen bevor ich Prof Chen dorthin einlade. Also lief ich nach einem kurzen Blick auf die google Earth Karte los. Ich dachte so richtig verlaufen kannste dich schon nicht. Nach einer Weile kam ich an einem unterirdischen Markt vorbei. Der war schon ueberwiegend dunkel und nur noch ein paar Haendler waren dort, aber ich lief einfach mal rein. Hatte ein wenig den Charme von „Blade Runner“: Dunkel, stickig und dreckig, aber irgendwie urig. Danach fand ich auch die Hausnummer des Restaurant, aber das Restaurant selber nicht. Also ging ich ich unverrichteter Dinge wieder Richtung Hotel. Auf dem Weg fand ich diverse andere interessante Restaurants, aber zu einem Besuch mit Prof. Chen sollte es nicht mehr kommen.
Dienstag morgen war zunaechst wieder Routine in meinem Buero angesagt. Aber dann kam Cen Yan vorbei, um mir einen anderen Aufbau der Gruppe zu zeigen. Es schien, dass meine Versuche Kontakt mit den Studenten aufzunehmen und mir eigenmaechtig Versuchsaufbauten anzusehen bei Chef angekommen sind und er nun Studenten vorbeischickte, die mir Aufbauten zeigen sollten. Am nachmittag kam dann wieder Yan Li vorbei und wollte mir Jinfeng Zhao vorstellen, eine andere Studentin, die mit weiteren Molekuelen von uns Versuche durchfuehrt. Jinfeng war sehr schuechtern und traute sich nicht Englisch mit mir zu reden, weil sie meinte, sie kann nicht gut reden. Sie wollte immer, dass Yan Li fuer sie uebersetzt, aber Yan Li blieb hart und zwang sie mit mir Englisch zu reden. Mir tat Jinfeng ein wenig leid, dass sie sich so abmuehte. Ihr Englisch war nicht schlecht, aber sie traute sich einfach nicht. Ich hab dann einfach Ja/Nein fragen gestellt, um es ihr leichter zu machen. Im Prinzip wusste ich ja, was sie macht und kannte die Molekuele, die sie verwendete.
Danach ging ich Yan Li, in die Mensa zum Abendbrot. Es ist immer leichter mit einem Chinesen in die Mensa zu gehen, da die fuer mich dann an der Theke uebersetzen koennen. Nach dem Abendbrot auf dem Weg zum Department sind wir dann noch an einer Erstsemesterveranstaltung vorbeigekommen. Dort sassen die Studenten in einem Theatersaal und auf der Buehne gab es einen Wettkampf von Studenten im Singen, Tanzen und anderen Disziplinen. Yan Li ging wieder zurueck zur Arbeit und ich ins Hotel. Am Abend habe ich noch ein wenig an einer Publikation gearbeitet.
Mittwoch morgen war ich wieder frueh in die Uni um weiter an der Publikation arbeiten. Zum Mittag wollte ich wieder in die Mensa und Wang-Tang-Suppe essen, aber es gab keine und somit zog ich wieder ab. Nachmittags kam Yan Li vorbei. Ich hatte sie gebeten mit mir zu dem Souvenir-Shop des Campus zu gehen und ein wenig zu uebersetzen. Ich habe mir einen Pullover der Uni gekauft und noch ein paar lustige Erinnerungsstuecke. Yan Li hat dann ganz akribisch die Dinge, die ich gekaufen wollte ueberprueft und wenn da ein Kratzer drin war, hat sie die Dame dort gleich angewiesen ein Neues zu holen. Danach ging ich wieder zurueck ins Department um weiterzuarbeiten. Um 17.30 Uhr war ich dann mit Prof Chen zum Abendessen verabredet. Diesmal wurde wieder Bier bestellt, obwohl ich nein sagte und es gab diesmal eine Fischsuppe, Fisch in einer suessen Marinade, wieder Schweinefleisch in suesser Marinade, eine andere Suppe mit Teigtaschen aehnlich Wang-Tang, Bauchfleisch in Gemuese und lokale grosse, gruene Bohnen (sahen aus wie gruene Kidneybohnen). Wie immer sehr lecker. Wir haben uns diesmal viel ueber Arbeit, aber auch ueber Deutschland und China unterhalten. Die Sicht Prof. Chens ueber Suedafrika und Deutschland waren sehr plakativ: Kurz zusammengefasst: In Deutschland ist eine Doktorarbeit schwierig und das Uni-System sehr unflexibel, aber Deutsche sind fleissig und arbeiten viel. Schwarze in Suedafrika sind arbeitslos, arm und faul, aber wenn Musik an ist, dann tanzen sie und sind froehlich. Weisse in Suedafrika machen keine Doktorarbeit, weil sie gleich einen Job finden. Naja, ich denke, wenn wir sagen sollten, was fuer ueber China wissen und denken, kommt sicherlich aehnlicher Unsinn raus. Abends hab ich mich wieder an die Publikation gesetzt, Sarah ueber Skype Reparaturanweisungen fuer den Laser in Suedafrika gegeben und Kerstin fragen zu ihren Messungen beantwortet.
Donnerstag morgen ging es wie immer ins Buero. Dort fand ich mal Zeit Literatur zu lesen, die schon lange auf meinem Computer lag, ich aber nie lesen konnte. Mittags versuchte ich mich allein in der Mensa. Eigentlich wollte ich unbedingt wieder Wan Tan (oder hochchinesich Huntun) Suppe essen, aber ich sah keine Kloesse mehr hinter dem Counter und mein Chinsisch reichte nicht fuer eine Diskussion ueber Essen. Ich erfuhr von Yan Li, dass ich gegen 11.20 hingehen muss. Etwas fruh fuer Mittag finde ich. Also ging ich an einen anderen Counter und bestellte Reis, Blumenkohl mit Schinken und ein lokales gruenes Gemuese mit Tofu. Die Damen lachten mich anscheinend ob meiner Wahl an oder aus. Nachdem ich das gruene Gemuese probiert hatte wuerde ich sagen, sie lachten sie mich eher aus. Trotzdem wurde ich satt von dem Rest. Soviel Gemuese wie in den letzten zwei Wochen hab ich wahrscheinlich das ganze Jahr nicht gegessen. In der Mensa ist mir wieder etwas aufgefallen, dass mich bei der Expo schon und auch 2003 auf dem Weg nach Neuseeland ueber Korea genervt hatte (Patryk und Sebastian wissen wovon ich rede). Chinesen und Koreaner sind ruecksichtslos auf der Strasse, im Flugzeug oder in der Mensa. Wenn du irgendwo stehst, dann wirst du einfach umgerannt. Das liegt vielleicht daran, dass die Menschen hier nicht soviel Platz haben und deshalb um den wenigen Platz kaempfen muessen. Am Anfang war ich noch ruecksichtsvoll und habe Platz gemacht, aber das fuehrte dazu, dass mich dann ein anderer von hinten ueberrannte. Also hab ich nach ein paar Tagen auf den Chinesen-Modus geschaltet und verteile regelmaessig Bodyckecks. Koennt euch vorstellen, dass bei meiner Groesse schon einige Chinesen ein wenig weiter weg geflogen sind. Aber es hat sich keiner beschwert, scheint okay zu sein. Nachmittags hat mich Qin Yan Li abgeholt, um mit mir Mitbringsel einkaufen zu gehen. Wir gingen wieder zum oertlichen Walmart, aber mit ihr war es einfacher bestimmte Dinge zu finden oder danach zu fragen. Ich habe hauptsaechlich Lebensmittel und Tee gekauft. Danach ging es zum Abendbrot wieder in die Mensa. Diesmal konnte Yan Li endlich fuer mich Wan Tan Suppe bestellen und da wir frueh da waren, gab es auch noch welche. Beim dritten Anlauf hatte es geklappt. Beim Essen fiel mir auf, dass sie nicht wie die anderen schmatzte und ich sprach sie auf diese Gewohnheit an. Sie sagte, dass ihre Eltern sie so erzogen haben, dass man das nicht macht. Sie meinte das machen halt eher die Maenner. Es scheint so, als wenn sich das fuer Frauen auch nicht gehoert. Naja, scheint so ein chinesisches Maennerding zu sein, zumindest beim Fruehstueck komme ich immer wieder in den Genuss. Abends habe ich dann wieder ein paar emails fuer die Arbeit beantwortet und versucht Kerstin bei den Messungen in Gtown ueber Skype behilflich zu sein. Danach ging es ins Bett.
Freitag war der letzte offizielle Arbeitstag. Ich hatte mir Donnerstag einen Basketball von den Studenten ausgeliehen. Ich ging jeden Morgen an einem Basketballplatz vorbei und da juckte es irgendwie wieder in den Fingern. Nach dem Furehstueck auf dem Weg zur Arbeit ging es fuer ne Viertelstunde auf den Platz. Hat ein paar Wuerfe gedauert, aber dann war ich wieder drin. Ich hab sicher schon seit 10 Jahren nicht mehr richtig Basketball gespielt, aber in Gtown kaufe ich mir erstmal wieder einen Ball. Bin wieder auf den Geschmack gekommen. Danach stand wieder Routine im Buero an. Prof. Chen kam dann zu mir ins Buero um sich zu verabschieden. Ich hatte vor zwei Tagen zu Lei Li gesagt, dass ich heute nochmal gerne allein durch die Stadt gehen wollte. Prof. Chen erklaerte mir nochmal, dass er nicht moechte, dass ich verloren gehe und ich deshalb morgen mit einem Studenten ins Museum gehe und zusaetzlich noch eine kleinen Stadtrundlauf machen werde. Er meinte auch sollte heute nachmittag nicht mehr in der Uni sitzen sondern lieber zum Shopping-Center gehen und einkaufen.
Dieses Mal ging ich frueh zum Mittag um endlich meine Wan Tan Suppe mal allein bestellen und bekommen zu koennen. Ich also forsch ran an den Tresen und das vorher eine Stunde lange in allen moeglichen Tonlagen geuebte huntun laut ins Gesicht der netten Dame hinter dem Tresen. Sie schaute mich nur fassungslos an und machte keine Bewegung in Richtung der Teigtaschen hinter ihr. Ich versuche es noch einmal mit anderer Betonung, vielleicht hatte ich sie grade als Schlampe bezeichnet. Im Chinesischen gibt es viele Worte die gleich fuer uns klingen, aber mit einer anderen Betonung eine andere Bedeutung haben. Als Antwort bekam ich nur ein Schulterzucken. Also zueckte ich den beruehmten Finger aus der Hosentasche und zeigte auf das Gewollte und da, sie verstand und ich bekam meine Wan Tan sogar in richtiger Menge. Es gibt naemlich 1, dass sind 50 g, 2 100g und so weiter. 100 g sind vollkommen ausreichend fuer eine Mahlzeit. Der Finger, die ultimative Sprache. Nach dem Mittag, welches ich wieder mit zwei schmatzenden aelteren Herren am Tisch einnahm, hatte ich Lust noch etwas Basketball zu spielen. Also nahm ich den Ball und zog los. Die Plaetze waren noch recht frei, denn es finden in der Mittagszeit immer organisierte Spiele mit Schiedsrichter statt. Nach einer Weile gesellten sich ein paar Spieler zu mir an den Korb und nach ca. einer halben Stunde musste ich den Korb raeumen, da eines der Spiele startete. Ich spielte noch ein wenig auf dem Nebenplatz und ging wieder Richtung Buero. Gegen 18.00 Uhr holte mich dann wieder Yanli zum Abendbrot ab. Ich wollte heute mal ein anderes Gericht probieren. Auch eine Suppe, aber die wird direkt nach der Bestellung erst zuende gekocht. Man sucht sich da aus mehreren Topfen etwas aus und das wird dann direkt auf den Gasherd warm gemacht. Ich hab etwas mit Hackfleischbaellchen und Gemuese genommen. Nach dem Abendbrot sind wir noch etwas spazieren gegangen und haben im Hauptgebaeude geschaut, was da so los ist. Dort war der Fudan Idol Wettbewerb der auslaendischen Studenten. Das ist eine Veranstaltung in der auslaendische Studenten etwas auf der Buehne vorfuehren und dann so wie bei Pop Idol bzw Deutschland sucht das Supertalent bewertet werden. War teilweise sehr lustig und es waren sogar deutsche Studenten auf der Buehne. Yanli musste dann frueher gehen, weil sie noch Experimente durchfuehren wollte und ich blieb noch ein paar Minuten bevor ich Richtung Hotel ging. Dort schrieb ich noch an diesem Text und surfte ein wenig im Internet.
Gesamtzahl der Seitenaufrufe
Freitag, 5. November 2010
Montag, 1. November 2010
China Special
Hey Leute,
Ich habe mich schon lange nicht mehr ueber diesen Weg bei euch gemeldet. Wie immer ist die Ausrede, dass viel los war und ich keine Zeit gefunden habe, das alles aufzuschreiben. Ich werde das nachholen und im Blog veroeffentlichen.
Doch zunaechst kommt ein China Special. Ich bin seit dem 24.10. in Shanghai an der Fudan Universitaet um ein Setup mit den Kollegen hier aufzubauen. Mein erstes Mal in Asien, wenn man mal die Tuerkei nicht mitzaehlt. Als jemand aus dem “Westen”, faehrt man ja vielleicht mit einigen Vorurteilen nach China. Das Tibet-Problem, die Inhaftierung von politischen Gegner (grade aktuell mit dem Nobelpreissieger Liu Xiaobo) und Meinungsfreiheit ist immer wieder ein Thema in westlichen Medien. Ich muss sagen, ich wusste nicht, was mich erwartet und habe versucht relativ offen in das Land zu gehen. Der Flug mit Singapure Airlines war der beste Langstreckenflug, den ich jemals erlebt habe. Der Service fuer Economie war super, die Flugbegleiter freundlich und das Flugzeug top (Boeing 777). Da koennen sich unsere Freunde von der Lufthansa mit denen ich im Sommer geflogen mal Einiges von abschneiden. Der Empfang von der Dame bei der Imigration war weniger freundlich. Befehle wie schauen sie mich an, Brille ab und schauen sie auf den Bildschrim, ob die Daten korrekt sind, erinnerten mich ein wenig an meine Bundeswehrzeit. Beim Zoll musste man seinen Koffer noch einmal roentgen lassen und ein Schild ueber dem Apparat wiess darauf hin, dass man es lieber ueber sich ergehen lassen sollte, als einen Aufstand zu machen; das waere einfacher. Beim Empfand standen dann unglaublich viele Menschen mit noch mehr Karten mit Namen drauf und warteten auf ankommende Passagiere. Im diesem Moment war ich mir nicht sicher, ob ich Wu Xi, der mich abholen sollte, jemals finden wuerde. Aber nach nur kurzer Zeit sah ich das Schild mit meinem Namen. Leicht ueberschwenglich fing ich sofort mit einem Smalltalk an, als mich Wu Xi ueberraschend nach meinem Ausweis fragte. Zunaechst dachte ich an einen chinesischen Witz. Aber nein, er meinte es ernst und kontrollierte meinen Ausweis fast so gewissenhaft wie die Dame an der Immigration. Aber nach der Kontrolle war dann alles schick.
Wu Xi Englisch ist fuer einen Chinesen gut, doch leider stottert er, was die Verstaendigung wieder schwieriger machte. Mit den Bus ging es Richtung Stadt. Das Wetter war typisch fuer diese Jahreszeit, regnerisch. Auf unserem Weg kamen wir an der Transrapidstrecke zwischen Flughafen und Stadt vorbei (das wollten sie in Bayern ja auch zwischen Airport und Stadt bauen, Herr Staeuble beschreibt das so herrlich in seiner Rede ueber den Muenchner Flughafen, muesst ihr mal bei youtube nachschauen!). Am Unigelaende angekommen ging es erstmal ins Hotel der Uni. Das Zimmer in dem ich untergekommen bin ist super. Es hat den Charme vom Ostdeutschland der 80er Jahre, was ich aber ohne Haeme sage. Es riecht hier auch alles ein wenig wie fruher im Osten. Ich weiss, ich bin kein Ossi, aber ich war oefters zu Besuch und da roch es immer anders, das koennen Ossi bestaetigen (ich sag nur Westpaket). Ich hatte auch keine Vorstellung wie das Bad in China ausgestattet sein wird, aber es ist genau so ausgestattet wie in Deutschland. Ich stellte aber am naechsten Tag fest, dass die Klos eigentlich nur ein Loch im Boden sind und in meinem Zimmer fuer die Touristen extra ein „westliches“ Klo eingerichtet wurde.
Wir waren zu einer Zeit angekommen in der die Mensa fuers Abendbrot noch nicht offen war, so dass wir in ein Restaurant nahe der Uni gingen. Die Speisekarte war ein DinA4 Blatt vorne und hinten mit chinesichen Zeichen beschrieben. Ich haette nicht mal sagen koennen, was die Gerichte und was die Getraenke sind. Aber sie hatten auch eine Karte in der ein paar Gerichte in Englisch uebersetzt waren. Ich bestellte Eierreis mit Barbeque-Schwein. Fuer mich war es dann eher Eierreis mit Speck, aber es schmeckte lecker. Hier wurden auch wieder die unterschiedlichen Essgewohnheiten von Chinesen und Europaern deutlich. Ich kannte das ja schon etwas von chinesischen Wissenschaftlern, die Deutschland besucht hatten. Das es nur Staebchen gibt, kennt man ja vom chinesischen Restaurant. Aber dann wird geschmatzt was das Zeug haelt, was ein Zeichen von Genuss ist. Ausserdem werden Dinge, die man nicht runterschlucken will wieder auf dem Tisch gespuckt. Ohne Wu Xi waere ich aber vielleicht schon am ersten Tag verhungert. Es sprechen unglaublich wenig Menschen hier Englisch. Selbst im Hotel musste Wu Xi fuer mich uebersetzen. An diesem Abend setze ich dann noch einige Emails und Telefongespraeche Richtung Deutschland und Suedafrika ab bevor ich versuchte frueh schlafen zu gehen.
Am naechsten Morgen ging es zunaechst zum ersten chinesischen Fruehstueck. Es gab auch Toast und Marmelade, aber ich wollte mich gleich mal integrieren und griff nach Staebchen, Nudeln mit Gemuese, gefuellten Kloessen, irgendwelches gekochtes Gemuese und irgendwas Suesse mit Cocus (und das, obwohl ich Cocus nicht mag). Die Suppe mit Ei war dann aber zuviel fuer den ersten mutigen Tag. Alles hat gut geschmeckt, aber es war einfach ungewoehnlich es zum Fruehstueck zu essen. Nach dem Fruehstueck musste ich noch etwas fuer meinen Vortrag machen. Leider kam der gastgebende Prof. Chen eine Stunde frueher als erwartet, so dass mein Vortrag noch nicht ganz fertig war. Ich konnte an meinem neuen Arbeitsplatz aber schnell noch eine Abschlussfolie mit Bildern von Suedafrika einfuegen.
Der Vortrag verlief gut auch wenn ich das Gefuehl hatte, dass mich ausser der Prof keiner verstanden hatte. Der Prof. stellte sich nach meinem Vortrag auch nochmal hin und fasste ihn zusammen. Zum Mittag ging es in die Mensa. Wir waren etwas zu spaet und somit war das Essen schon etwas kalt. Hier wird Mittag zwischen 11.30 und 12.30 gegessen und Abendbrot nicht viel spaeter als 17.00. Im Laufe des nachmittags diskutierten wir noch ein wenig ueber Proben, die ich mitgebracht hatte und ich konnte meinen Arbetsplatz richtig einrichten, den ich mit einem Nordkoreaner teile, der kein Englisch spricht. In dieser Zeit mach sich auch ein erstes Unwohlsein breit. Wu Xi holte mich dann zum Abendbrot in der Mensa ab. Ich zahle hier uebrigens alles mit einer Karte auf der 540 Yuan (ca. 60 Euro) geladen sind. Prof. Chen darf mir kein Bargeld geben. Ich hatte eigentlich keinen Appetit, aber ich ging aus Hoeflichkeit mit. Habe dann auch nur ein paar Pilze mit Reis gegessen. Am Abend wurde das Unwohlsein schlimmer und die Nacht spielte sich zwischen Bad und Bett mit Schuettelfrost ab. Da habe ich dann die Quittung fuer meinen Mut beim Essen bekommen. Am naechsten Morgen ass ich dann artig Toast mit Marmelade wie es sich fuer einen Europaeer gehoert, meldete mich per email ab und legte mich wieder ins Bett. Mittags ging ich dann zu Prof. Chen ins Buero, aber ich schien nicht besonders gut ausgesehen zu haben, da er mich gleich wieder in Hotel schickte. Dort blieb ich den ganzen Tag. Abends brachte mir Wu Xi noch chinesische Medizin, die ich nehmen sollte. Die Nacht war wieder etwas bewegt und an Schlafen war weniger zu denken.
Mittwoch Morgen ging es schon besser. Immer noch auf Toast-und-Marmeladen-Diaet konnte ich auch schon wieder mehr essen. Endlich bekam ich auch die entsetzten Gesichter der Chinesen (die ich eigentlich vermeiden wollte) um mich herum, die sich wunderten, wie man sowas wie Toast mit Marmelade zum Fruehstueck essen konnte: Soviel zum Thema Integration. Auch diesmal blieb ich vormittags im Zimmer. Nachmittags ging es aber dann in die Uni. Dort stellte ich fest, dass ich von hier aus auf fast keine Internetseite Zugiff habe. Vom Hotel aus sind schon Seiten wie Facebook, Youtube und auch mein Blog gesperrt, aber in der Uni komm ich nicht mal auf google.de. Offiziell soll damit in der Uni vermieden werden, das die Studenten andere Seiten als fuer ihre Arbeit besuchen. Dafuer muss man sich erst bei der Uni anmelden. Die Alternative ist google.hk. Fuer jemanden, dem sonst das ganze Internet zur Verfuegung steht, ist das ein komisches Gefuehl. Ausserdem soviele Trojaner wie mein Virenprogramm hier in den letzten zwei Tagen gefunden hat, habe ich sonst nicht in einem ganzen Jahr.
Am Abend lud mich Prof. Chen zum Abendbrot ein. Mir war nicht wirklich schon nach essen, aber ablehnen wollte und konnte ich nicht. Prof. Chen bestellte ein ganze Variation von chinesischen Spezialitaeten. Diese wurden in Schuesseln auf den Tisch gestellt und dann konnte man sich selber bedienen. Das waren gegrillte Schrimps, Schwein in einer suessen Sosse, Schein paniert mit Gemuese, irgendein lokales Gemuese ohne englischen Namen und Reis mit Schrimps. Immer wenn ich dachte, das ist aber viel, kam eine neue Schuessel. Dazu gab es heisses Wasser zu trinken. Prof Chen bestellte aber fuer mich ein Bier, da ich ja Deutscher bin und Bier trinke, sagte er. Nach einer etwas hitzigen Diskussion ueber einen Artikel von Wadzi und mir (vermute das Hitzige war typisch Chinesisch, sonst koennte man es auch unfreundlichnennen), den Prof Chen nicht gut fand, ging es hauptsaechlich um Suedafrika. Den Abend verbrachte ich wieder allein auf meinem Zimmer
Die Nacht zum Donnerstag konnte ich endlich mal wieder durchschlafen, so kann es weitergehen! Endlich startete der erste volle Arbeitstag ohne Beschwerden. Zunaechst begann ich diesen Bericht zu schreiben und kuemmerte mich um den zweiten Vortrag, den ich am Montag halten soll. Das Mittagessen liess ich ausfallen und versuchte die Arbeit der letzten Tage aufzuholen. Am Abend holte mich Wu Xi zum Abendbrot ab. Er wollte gerne mit mir in ein Restaurant im nahegelegenden Shopingcenter gehen. Die Fassaden der Haeuser waren hellerleuchtet und in bunten Farben. Ich versuchte das mit meiner Kamera einzufangen, aber ich wirkt auf den Bildern nicht so toll wie in Wirklichkeit. Im Restaurant bestellt Wu Xi eine Variation aus Dingen, die er gerne mag und ich kosten sollte. Da war die beruehmte Wang-Tang-Suppe, wieder suesses Schweinefleisch, Teigtaschen (aehnlich wie Piroggi) und zwei suesse Suppen. Alles war wieder einmal lecker. Wir liefen noch ein wenig durch die Strassen rund um die Uni und versuchten ein paar Bilder der Fassaden zu schiessen.
Freitag ging es wieder frueh zur Uni und ich versuchte mal mehr Kontakt zu den anderen Studenten in der Gruppe zu suchen. Eigentlich war ich hier her gekommen, um einen Aufbau mit einem Studenten Lei Li aufzubauen und zu testen. Es deutete sich in den letzten Tagen schon an, dass Prof. Chen Lei Li das lieber alleine machen lassen will. Meine Angebote Lei Li zu helfen wurden immer freundlich von ihm abgelehnt mit dem Hinweis es waere alles einfach und er macht das allein. Heute wollte ich aber dann doch mal sehen, was schon so steht und uebte ein wenig Druck auf Lei Li aus, mir mal den Aufbau zu zeigen. Unwillich fuehrte er mich ins Labor und dort sah ich auch warum. Im Prinzip war nicht viel aufgebaut und gemessen hatte er wohl schon etwas, aber er wollte es mir nicht zeigen und es waere alles okay. Gut, dachte ich, wer nicht will, der hat schon. Ich erklaerte, dass der Aufbau einfach aussieht, aber die Auswertung tricky werden koennte. Er meinte, dass er verstehe. Man muss dazu wissen, dass Chinesen zu allen erstmal „Ja“ sagen, auch wenn sie nichts verstehen, um das Gesicht nicht zu verlieren. Das hat waehrend meiner Diplomarbeit mal fast einem Chinesen das Leben gekostet, als ich ihn grade noch mit Gewalt davon abhalten konnte 3000 V anzufassen. Der war danach extrem boese mit mir, da ich es gewagt hatte als Diplomstudent einen Dr. zu sagen was zu tun ist. Das sollte man auch wissen, wenn man nach dem Weg fragt. Chinesen wuerden in der Regel nie sagen, dass sie es nicht wissen sondern eher einen Weg zeigen. In dem Fall hier werden wir sehen. Wenn sie nicht die gewueschten Ergebnsse erzielen, weiss ich zumindest wie ich helfen kann. Mein Besuch bei Lei Li im Zimmer der Studenten hatte aber anscheinend eine Intialzuendung verursacht. Ca. 30 min spaeter standen zwei Studenten in meinem Buero und wollten sich gerne mit mir unterhalten. Eigentlich hat sich nur Qin Yan Li mit mir unterhalten und die andere Studentin stand kichernd dahinter. Sie meinte, sie wollte schon zeit Montag bei mir vorbeischauen und fragen zum Vortrag stellen, aber sie hat sich wegen ihres schlechten Englisch nicht getraut. Dabei fiel mir auf, dass sie ein gutes Englisch sprach, aber einfach zu schuechtern war, es zu sprechen. Sie wollte sich auch gerne mit mir unterhalten, damit sie ihr Englisch verbessern kann. Qin Yan Li meinte auch, dass ich waehrend meines Vortrag ein wenig schnell gesprochen hatte und sie deshalb nicht alles verstanden hat. Ich gab den beiden zunaechst einmal meinen Vortrag auf einem USB-Stick mit, damit sie sich noch einmal alles in Ruhe anschauen koennten. Kurze Zeit spaeter kam Qin Yan Li allein mit meinen USB-Stick wieder. Ich zeigte ihr dann ein paar mehr Bilder von Suedafrika und Grahamstown. Waehrend unseres Gespraechs stand auf einmal der angeblich nicht Englisch sprechende Nordkoreaner auf und stellte sich dazu. Es stellte sich heraus, dass er schon etwas Englisch sprechen konnte und sehr interessiert an Suedafrika und den Menschen dort war. So sassen wir drei noch ein wenig zusammen und schauten Bilder von Menschen und Tieren aus Suedafrika.
Abends kam dann Wu Xi wieder in meinem Buero vorbei. Er wollte gerne wieder Abendessen gehen und schlug das Restaurant von meinem ersten Tag in Shanghai vor. Diesmal wollte ich etwas ein scharfes Gericht mit Nudeln probieren. Naja, man sollte hier nicht scharf bestellen. Das war scharf und zwar so, dass ich nach kurzer Zeit die chillis aussortierte. So war es am ende ertraeglich, aber auch eine weitere Lehre. Man muss dazu sagen, dass Wu Xi weniger scharf ist als ich und er auch meinte, dass Shanghai eine nicht so scharfe Kueche hat. Aber das Gericht war scharf, keine Frage.
Samstag ging es zur EXPO 2010 mit Wu Xi und zwei anderen Studenten. Es war der vorletzte Tag und ich habe viele Menschen erwartet. Es waren viele, um genau zu sein ca. 500.000. Es gab keine Chance in irgendein Pavillion mit weniger als 2 h Wartezeit zu kommen. Also beschlossen wir rumzulaufen und einfach die Pavillions von aussen zu bewundern. Am afrikanischen Pavillion jedoch war nicht soviel los. Hier stellten sich die afrikanischen Laender ausser Tunesien, Aegipten, Marocco, Nigeria und Suedafrika vor, die einen eigenen grossen Pavillion hatten, vor. Ist schon interessant wie ich die Ausstellungen jetzt nach 1,5 Jahren Suedafrika sehe. Die Kultur ist irgendwie so vertraut geworden, man fuehlt sich ein wenig wie Zuhause. Danach ging es in Richtung Deutscher Pavillion. Dort war es richtig voll. Man haette ca. 5-6 h warten muessen, um dort reinzukommen. Wu Xi meinte mit deutschem Pass koennte ich vielleicht auch durch den Hintereingang hinein. Am Hintereingang war ebenfalls eine Menschenmenge von vielleicht 30 Leuten, die auf die Tuersteher dort einredeten. Als ich bemerkte, dass dort auch deutsche Tuersteher standen, gingen ich mit meinem Pass direkt auf einen zu, der sich aber direkt umdrehte und wegging. Hinter mit meinte ein Mann ich sollte mal zur Seite gehen. Als er meinen Pass sah, meinte er:“Bist du Deutscher? Willste rein?“ Ich sagte natuerlich ja und da meinte er, na dann komm mal mit. In der Hektik vergass ich zu fragen, ob ich Wu Xi mitnehmen kann und da war ich auch schon drin. Ja, drinne erlebte ich wieder ein Gefuehl von Zuhause. Grade die Videos von verschiedenen Staedten und im speziellen Berlin plus eine Karaoke-Ecke mit deutschen Lieder vermitteln ein Gefuehl von Heimat. Deutschland stellte sich mit dem neuen Hamburger Hafen, Produktion von modernen Materialen, Techniken, der Cooperation mit China und seiner Kultur mit Buechern und Liedern vor. Am Ende stand eine grosse Show mit einem Riesenball, der einen leuchtende Oberflaeche hatte und der von der Decke hing. Die Show war komplett auf die Chinesen ausgelegt. Ein deutscher Moderator, der Englisch sprach und eine chinesische Moderatorin animierten die Zuschauer zu klatschen und zu schreien, damit sich die Kugel hin und her bewegt. Am Ende drehte sich die Kugel im Kreis und zeigt Bilder aus Deutschland vom Mauerfall (der im Publikum fuer Applaus sorgte) bis hin zur WM 2006.
Nach dem deutschen Pavillion gingen wir weiter Richtung asiatischer Teil. Auch hier war nirgendswo wirklich ein reinkommen moeglich. Wir waren im Urbanen Leben Pavillion und im Pavillion der chinesischen Provinzen, in dem mir die beiden chinesischen Studenten und Wu Xi ihre Privinzen zeigten. Am Abend schauten wir uns noch eine Wasser, Licht und Feuer Show an und machten ziemlich viele Bilder von der Expo und der Skyline von Shanghai am Abend. Die Lichtspiele waren beeindruckend. Muede kam ich gegen 21.30 im Hotel an. Es lief grade Bundesliga Wolfsburg-Stuttgart im chinesischen Fernsehn und ich wollte eigentlich auch noch das zweite Samstagspiel sehen, aber ich war einfach zu muede und schlief ein. Ein toller Tag auf der EXPO 2010 in Shanghai.
Liebe Gruesse
Christian
Ich habe mich schon lange nicht mehr ueber diesen Weg bei euch gemeldet. Wie immer ist die Ausrede, dass viel los war und ich keine Zeit gefunden habe, das alles aufzuschreiben. Ich werde das nachholen und im Blog veroeffentlichen.
Doch zunaechst kommt ein China Special. Ich bin seit dem 24.10. in Shanghai an der Fudan Universitaet um ein Setup mit den Kollegen hier aufzubauen. Mein erstes Mal in Asien, wenn man mal die Tuerkei nicht mitzaehlt. Als jemand aus dem “Westen”, faehrt man ja vielleicht mit einigen Vorurteilen nach China. Das Tibet-Problem, die Inhaftierung von politischen Gegner (grade aktuell mit dem Nobelpreissieger Liu Xiaobo) und Meinungsfreiheit ist immer wieder ein Thema in westlichen Medien. Ich muss sagen, ich wusste nicht, was mich erwartet und habe versucht relativ offen in das Land zu gehen. Der Flug mit Singapure Airlines war der beste Langstreckenflug, den ich jemals erlebt habe. Der Service fuer Economie war super, die Flugbegleiter freundlich und das Flugzeug top (Boeing 777). Da koennen sich unsere Freunde von der Lufthansa mit denen ich im Sommer geflogen mal Einiges von abschneiden. Der Empfang von der Dame bei der Imigration war weniger freundlich. Befehle wie schauen sie mich an, Brille ab und schauen sie auf den Bildschrim, ob die Daten korrekt sind, erinnerten mich ein wenig an meine Bundeswehrzeit. Beim Zoll musste man seinen Koffer noch einmal roentgen lassen und ein Schild ueber dem Apparat wiess darauf hin, dass man es lieber ueber sich ergehen lassen sollte, als einen Aufstand zu machen; das waere einfacher. Beim Empfand standen dann unglaublich viele Menschen mit noch mehr Karten mit Namen drauf und warteten auf ankommende Passagiere. Im diesem Moment war ich mir nicht sicher, ob ich Wu Xi, der mich abholen sollte, jemals finden wuerde. Aber nach nur kurzer Zeit sah ich das Schild mit meinem Namen. Leicht ueberschwenglich fing ich sofort mit einem Smalltalk an, als mich Wu Xi ueberraschend nach meinem Ausweis fragte. Zunaechst dachte ich an einen chinesischen Witz. Aber nein, er meinte es ernst und kontrollierte meinen Ausweis fast so gewissenhaft wie die Dame an der Immigration. Aber nach der Kontrolle war dann alles schick.
Wu Xi Englisch ist fuer einen Chinesen gut, doch leider stottert er, was die Verstaendigung wieder schwieriger machte. Mit den Bus ging es Richtung Stadt. Das Wetter war typisch fuer diese Jahreszeit, regnerisch. Auf unserem Weg kamen wir an der Transrapidstrecke zwischen Flughafen und Stadt vorbei (das wollten sie in Bayern ja auch zwischen Airport und Stadt bauen, Herr Staeuble beschreibt das so herrlich in seiner Rede ueber den Muenchner Flughafen, muesst ihr mal bei youtube nachschauen!). Am Unigelaende angekommen ging es erstmal ins Hotel der Uni. Das Zimmer in dem ich untergekommen bin ist super. Es hat den Charme vom Ostdeutschland der 80er Jahre, was ich aber ohne Haeme sage. Es riecht hier auch alles ein wenig wie fruher im Osten. Ich weiss, ich bin kein Ossi, aber ich war oefters zu Besuch und da roch es immer anders, das koennen Ossi bestaetigen (ich sag nur Westpaket). Ich hatte auch keine Vorstellung wie das Bad in China ausgestattet sein wird, aber es ist genau so ausgestattet wie in Deutschland. Ich stellte aber am naechsten Tag fest, dass die Klos eigentlich nur ein Loch im Boden sind und in meinem Zimmer fuer die Touristen extra ein „westliches“ Klo eingerichtet wurde.
Wir waren zu einer Zeit angekommen in der die Mensa fuers Abendbrot noch nicht offen war, so dass wir in ein Restaurant nahe der Uni gingen. Die Speisekarte war ein DinA4 Blatt vorne und hinten mit chinesichen Zeichen beschrieben. Ich haette nicht mal sagen koennen, was die Gerichte und was die Getraenke sind. Aber sie hatten auch eine Karte in der ein paar Gerichte in Englisch uebersetzt waren. Ich bestellte Eierreis mit Barbeque-Schwein. Fuer mich war es dann eher Eierreis mit Speck, aber es schmeckte lecker. Hier wurden auch wieder die unterschiedlichen Essgewohnheiten von Chinesen und Europaern deutlich. Ich kannte das ja schon etwas von chinesischen Wissenschaftlern, die Deutschland besucht hatten. Das es nur Staebchen gibt, kennt man ja vom chinesischen Restaurant. Aber dann wird geschmatzt was das Zeug haelt, was ein Zeichen von Genuss ist. Ausserdem werden Dinge, die man nicht runterschlucken will wieder auf dem Tisch gespuckt. Ohne Wu Xi waere ich aber vielleicht schon am ersten Tag verhungert. Es sprechen unglaublich wenig Menschen hier Englisch. Selbst im Hotel musste Wu Xi fuer mich uebersetzen. An diesem Abend setze ich dann noch einige Emails und Telefongespraeche Richtung Deutschland und Suedafrika ab bevor ich versuchte frueh schlafen zu gehen.
Am naechsten Morgen ging es zunaechst zum ersten chinesischen Fruehstueck. Es gab auch Toast und Marmelade, aber ich wollte mich gleich mal integrieren und griff nach Staebchen, Nudeln mit Gemuese, gefuellten Kloessen, irgendwelches gekochtes Gemuese und irgendwas Suesse mit Cocus (und das, obwohl ich Cocus nicht mag). Die Suppe mit Ei war dann aber zuviel fuer den ersten mutigen Tag. Alles hat gut geschmeckt, aber es war einfach ungewoehnlich es zum Fruehstueck zu essen. Nach dem Fruehstueck musste ich noch etwas fuer meinen Vortrag machen. Leider kam der gastgebende Prof. Chen eine Stunde frueher als erwartet, so dass mein Vortrag noch nicht ganz fertig war. Ich konnte an meinem neuen Arbeitsplatz aber schnell noch eine Abschlussfolie mit Bildern von Suedafrika einfuegen.
Der Vortrag verlief gut auch wenn ich das Gefuehl hatte, dass mich ausser der Prof keiner verstanden hatte. Der Prof. stellte sich nach meinem Vortrag auch nochmal hin und fasste ihn zusammen. Zum Mittag ging es in die Mensa. Wir waren etwas zu spaet und somit war das Essen schon etwas kalt. Hier wird Mittag zwischen 11.30 und 12.30 gegessen und Abendbrot nicht viel spaeter als 17.00. Im Laufe des nachmittags diskutierten wir noch ein wenig ueber Proben, die ich mitgebracht hatte und ich konnte meinen Arbetsplatz richtig einrichten, den ich mit einem Nordkoreaner teile, der kein Englisch spricht. In dieser Zeit mach sich auch ein erstes Unwohlsein breit. Wu Xi holte mich dann zum Abendbrot in der Mensa ab. Ich zahle hier uebrigens alles mit einer Karte auf der 540 Yuan (ca. 60 Euro) geladen sind. Prof. Chen darf mir kein Bargeld geben. Ich hatte eigentlich keinen Appetit, aber ich ging aus Hoeflichkeit mit. Habe dann auch nur ein paar Pilze mit Reis gegessen. Am Abend wurde das Unwohlsein schlimmer und die Nacht spielte sich zwischen Bad und Bett mit Schuettelfrost ab. Da habe ich dann die Quittung fuer meinen Mut beim Essen bekommen. Am naechsten Morgen ass ich dann artig Toast mit Marmelade wie es sich fuer einen Europaeer gehoert, meldete mich per email ab und legte mich wieder ins Bett. Mittags ging ich dann zu Prof. Chen ins Buero, aber ich schien nicht besonders gut ausgesehen zu haben, da er mich gleich wieder in Hotel schickte. Dort blieb ich den ganzen Tag. Abends brachte mir Wu Xi noch chinesische Medizin, die ich nehmen sollte. Die Nacht war wieder etwas bewegt und an Schlafen war weniger zu denken.
Mittwoch Morgen ging es schon besser. Immer noch auf Toast-und-Marmeladen-Diaet konnte ich auch schon wieder mehr essen. Endlich bekam ich auch die entsetzten Gesichter der Chinesen (die ich eigentlich vermeiden wollte) um mich herum, die sich wunderten, wie man sowas wie Toast mit Marmelade zum Fruehstueck essen konnte: Soviel zum Thema Integration. Auch diesmal blieb ich vormittags im Zimmer. Nachmittags ging es aber dann in die Uni. Dort stellte ich fest, dass ich von hier aus auf fast keine Internetseite Zugiff habe. Vom Hotel aus sind schon Seiten wie Facebook, Youtube und auch mein Blog gesperrt, aber in der Uni komm ich nicht mal auf google.de. Offiziell soll damit in der Uni vermieden werden, das die Studenten andere Seiten als fuer ihre Arbeit besuchen. Dafuer muss man sich erst bei der Uni anmelden. Die Alternative ist google.hk. Fuer jemanden, dem sonst das ganze Internet zur Verfuegung steht, ist das ein komisches Gefuehl. Ausserdem soviele Trojaner wie mein Virenprogramm hier in den letzten zwei Tagen gefunden hat, habe ich sonst nicht in einem ganzen Jahr.
Am Abend lud mich Prof. Chen zum Abendbrot ein. Mir war nicht wirklich schon nach essen, aber ablehnen wollte und konnte ich nicht. Prof. Chen bestellte ein ganze Variation von chinesischen Spezialitaeten. Diese wurden in Schuesseln auf den Tisch gestellt und dann konnte man sich selber bedienen. Das waren gegrillte Schrimps, Schwein in einer suessen Sosse, Schein paniert mit Gemuese, irgendein lokales Gemuese ohne englischen Namen und Reis mit Schrimps. Immer wenn ich dachte, das ist aber viel, kam eine neue Schuessel. Dazu gab es heisses Wasser zu trinken. Prof Chen bestellte aber fuer mich ein Bier, da ich ja Deutscher bin und Bier trinke, sagte er. Nach einer etwas hitzigen Diskussion ueber einen Artikel von Wadzi und mir (vermute das Hitzige war typisch Chinesisch, sonst koennte man es auch unfreundlichnennen), den Prof Chen nicht gut fand, ging es hauptsaechlich um Suedafrika. Den Abend verbrachte ich wieder allein auf meinem Zimmer
Die Nacht zum Donnerstag konnte ich endlich mal wieder durchschlafen, so kann es weitergehen! Endlich startete der erste volle Arbeitstag ohne Beschwerden. Zunaechst begann ich diesen Bericht zu schreiben und kuemmerte mich um den zweiten Vortrag, den ich am Montag halten soll. Das Mittagessen liess ich ausfallen und versuchte die Arbeit der letzten Tage aufzuholen. Am Abend holte mich Wu Xi zum Abendbrot ab. Er wollte gerne mit mir in ein Restaurant im nahegelegenden Shopingcenter gehen. Die Fassaden der Haeuser waren hellerleuchtet und in bunten Farben. Ich versuchte das mit meiner Kamera einzufangen, aber ich wirkt auf den Bildern nicht so toll wie in Wirklichkeit. Im Restaurant bestellt Wu Xi eine Variation aus Dingen, die er gerne mag und ich kosten sollte. Da war die beruehmte Wang-Tang-Suppe, wieder suesses Schweinefleisch, Teigtaschen (aehnlich wie Piroggi) und zwei suesse Suppen. Alles war wieder einmal lecker. Wir liefen noch ein wenig durch die Strassen rund um die Uni und versuchten ein paar Bilder der Fassaden zu schiessen.
Freitag ging es wieder frueh zur Uni und ich versuchte mal mehr Kontakt zu den anderen Studenten in der Gruppe zu suchen. Eigentlich war ich hier her gekommen, um einen Aufbau mit einem Studenten Lei Li aufzubauen und zu testen. Es deutete sich in den letzten Tagen schon an, dass Prof. Chen Lei Li das lieber alleine machen lassen will. Meine Angebote Lei Li zu helfen wurden immer freundlich von ihm abgelehnt mit dem Hinweis es waere alles einfach und er macht das allein. Heute wollte ich aber dann doch mal sehen, was schon so steht und uebte ein wenig Druck auf Lei Li aus, mir mal den Aufbau zu zeigen. Unwillich fuehrte er mich ins Labor und dort sah ich auch warum. Im Prinzip war nicht viel aufgebaut und gemessen hatte er wohl schon etwas, aber er wollte es mir nicht zeigen und es waere alles okay. Gut, dachte ich, wer nicht will, der hat schon. Ich erklaerte, dass der Aufbau einfach aussieht, aber die Auswertung tricky werden koennte. Er meinte, dass er verstehe. Man muss dazu wissen, dass Chinesen zu allen erstmal „Ja“ sagen, auch wenn sie nichts verstehen, um das Gesicht nicht zu verlieren. Das hat waehrend meiner Diplomarbeit mal fast einem Chinesen das Leben gekostet, als ich ihn grade noch mit Gewalt davon abhalten konnte 3000 V anzufassen. Der war danach extrem boese mit mir, da ich es gewagt hatte als Diplomstudent einen Dr. zu sagen was zu tun ist. Das sollte man auch wissen, wenn man nach dem Weg fragt. Chinesen wuerden in der Regel nie sagen, dass sie es nicht wissen sondern eher einen Weg zeigen. In dem Fall hier werden wir sehen. Wenn sie nicht die gewueschten Ergebnsse erzielen, weiss ich zumindest wie ich helfen kann. Mein Besuch bei Lei Li im Zimmer der Studenten hatte aber anscheinend eine Intialzuendung verursacht. Ca. 30 min spaeter standen zwei Studenten in meinem Buero und wollten sich gerne mit mir unterhalten. Eigentlich hat sich nur Qin Yan Li mit mir unterhalten und die andere Studentin stand kichernd dahinter. Sie meinte, sie wollte schon zeit Montag bei mir vorbeischauen und fragen zum Vortrag stellen, aber sie hat sich wegen ihres schlechten Englisch nicht getraut. Dabei fiel mir auf, dass sie ein gutes Englisch sprach, aber einfach zu schuechtern war, es zu sprechen. Sie wollte sich auch gerne mit mir unterhalten, damit sie ihr Englisch verbessern kann. Qin Yan Li meinte auch, dass ich waehrend meines Vortrag ein wenig schnell gesprochen hatte und sie deshalb nicht alles verstanden hat. Ich gab den beiden zunaechst einmal meinen Vortrag auf einem USB-Stick mit, damit sie sich noch einmal alles in Ruhe anschauen koennten. Kurze Zeit spaeter kam Qin Yan Li allein mit meinen USB-Stick wieder. Ich zeigte ihr dann ein paar mehr Bilder von Suedafrika und Grahamstown. Waehrend unseres Gespraechs stand auf einmal der angeblich nicht Englisch sprechende Nordkoreaner auf und stellte sich dazu. Es stellte sich heraus, dass er schon etwas Englisch sprechen konnte und sehr interessiert an Suedafrika und den Menschen dort war. So sassen wir drei noch ein wenig zusammen und schauten Bilder von Menschen und Tieren aus Suedafrika.
Abends kam dann Wu Xi wieder in meinem Buero vorbei. Er wollte gerne wieder Abendessen gehen und schlug das Restaurant von meinem ersten Tag in Shanghai vor. Diesmal wollte ich etwas ein scharfes Gericht mit Nudeln probieren. Naja, man sollte hier nicht scharf bestellen. Das war scharf und zwar so, dass ich nach kurzer Zeit die chillis aussortierte. So war es am ende ertraeglich, aber auch eine weitere Lehre. Man muss dazu sagen, dass Wu Xi weniger scharf ist als ich und er auch meinte, dass Shanghai eine nicht so scharfe Kueche hat. Aber das Gericht war scharf, keine Frage.
Samstag ging es zur EXPO 2010 mit Wu Xi und zwei anderen Studenten. Es war der vorletzte Tag und ich habe viele Menschen erwartet. Es waren viele, um genau zu sein ca. 500.000. Es gab keine Chance in irgendein Pavillion mit weniger als 2 h Wartezeit zu kommen. Also beschlossen wir rumzulaufen und einfach die Pavillions von aussen zu bewundern. Am afrikanischen Pavillion jedoch war nicht soviel los. Hier stellten sich die afrikanischen Laender ausser Tunesien, Aegipten, Marocco, Nigeria und Suedafrika vor, die einen eigenen grossen Pavillion hatten, vor. Ist schon interessant wie ich die Ausstellungen jetzt nach 1,5 Jahren Suedafrika sehe. Die Kultur ist irgendwie so vertraut geworden, man fuehlt sich ein wenig wie Zuhause. Danach ging es in Richtung Deutscher Pavillion. Dort war es richtig voll. Man haette ca. 5-6 h warten muessen, um dort reinzukommen. Wu Xi meinte mit deutschem Pass koennte ich vielleicht auch durch den Hintereingang hinein. Am Hintereingang war ebenfalls eine Menschenmenge von vielleicht 30 Leuten, die auf die Tuersteher dort einredeten. Als ich bemerkte, dass dort auch deutsche Tuersteher standen, gingen ich mit meinem Pass direkt auf einen zu, der sich aber direkt umdrehte und wegging. Hinter mit meinte ein Mann ich sollte mal zur Seite gehen. Als er meinen Pass sah, meinte er:“Bist du Deutscher? Willste rein?“ Ich sagte natuerlich ja und da meinte er, na dann komm mal mit. In der Hektik vergass ich zu fragen, ob ich Wu Xi mitnehmen kann und da war ich auch schon drin. Ja, drinne erlebte ich wieder ein Gefuehl von Zuhause. Grade die Videos von verschiedenen Staedten und im speziellen Berlin plus eine Karaoke-Ecke mit deutschen Lieder vermitteln ein Gefuehl von Heimat. Deutschland stellte sich mit dem neuen Hamburger Hafen, Produktion von modernen Materialen, Techniken, der Cooperation mit China und seiner Kultur mit Buechern und Liedern vor. Am Ende stand eine grosse Show mit einem Riesenball, der einen leuchtende Oberflaeche hatte und der von der Decke hing. Die Show war komplett auf die Chinesen ausgelegt. Ein deutscher Moderator, der Englisch sprach und eine chinesische Moderatorin animierten die Zuschauer zu klatschen und zu schreien, damit sich die Kugel hin und her bewegt. Am Ende drehte sich die Kugel im Kreis und zeigt Bilder aus Deutschland vom Mauerfall (der im Publikum fuer Applaus sorgte) bis hin zur WM 2006.
Nach dem deutschen Pavillion gingen wir weiter Richtung asiatischer Teil. Auch hier war nirgendswo wirklich ein reinkommen moeglich. Wir waren im Urbanen Leben Pavillion und im Pavillion der chinesischen Provinzen, in dem mir die beiden chinesischen Studenten und Wu Xi ihre Privinzen zeigten. Am Abend schauten wir uns noch eine Wasser, Licht und Feuer Show an und machten ziemlich viele Bilder von der Expo und der Skyline von Shanghai am Abend. Die Lichtspiele waren beeindruckend. Muede kam ich gegen 21.30 im Hotel an. Es lief grade Bundesliga Wolfsburg-Stuttgart im chinesischen Fernsehn und ich wollte eigentlich auch noch das zweite Samstagspiel sehen, aber ich war einfach zu muede und schlief ein. Ein toller Tag auf der EXPO 2010 in Shanghai.
Liebe Gruesse
Christian
Abonnieren
Kommentare (Atom)