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Samstag, 7. Mai 2011

Ostern in Kapstadt

Hey Leute,

wie versprochen machte ich mich am Gruendonnerstag auf Richtung Kapstadt. Direkt nach der Arbeit fuhr ich noch bis nach TsiTsikamma um dort wieder bei Kitti im Serengeti Retreat zu uebernachten. Das ist die gleiche Uebernachtung in der Henning und ich waehrend der WM auf unseren Weg nach Kapstadt waren. Gegen 21. 00 kam ich dort an und hatte genug Zeit das neue American Diner im dorf auszuprobieren. Ich war regelrecht von Deutschen umzingelt in diesem Restaurant und sah mal wieder das Suedafrika ein Urlaubsland fuer Deutsche ist.
Am naechsten Morgen (Karfreitag) um 6 Uhr ging es weiter. Es lagen noch knapp 600 km vor mir und ich wollte dem Osterstau auf der N2 entgehen. Bis auf einen Tankstopp in Sedgefield (Kenner wissen, dass es dort den deutschen Markt Samstags gibt) fuhr ich voll durch und war dann gegen 12.00 Uhr in Kapstadt. Henning war grade aus den Bett gefallen und arbeitete mal wieder und Penny lag in Erwartung ihrer Nachmittagsschicht mit Kater auf der Couch. Maia, die eine eigene Wohnung in Observatory (kurz Obs, Stadtteil in dem Henning wohnt) hat war noch auf Arbeit, wollte aber in ihrer Mittagspause zwischen zwei Schichten vorbei schauen. Letztendlich holte ich sie dann von der Arbeit ab. Fuer Hennings Vater und seine Freundin war es der letzte Tag in S.A. nach 4 Wochen Urlaub und Graduation von Henning. Sie kamen am Nachmittag von ihrem letzten Bummel zurueck und nach ein paar Gespraechen entschlossen wir uns am Abend Sushi essen zu gehen. Der Flieger sollte erst um 23.30 von Kapstadt abfliegen. Penny und Maia gingen wieder zurueck zur Arbeit und wir hatten eine schoenen Abend bei lokalen Sushi-Mann. Nachdem Henning seinen Vater und Freundin zum Flughafen gebracht hatte, entschlossen wir uns noch ein Bier im Armchair zu trinken bevor es nicht allzu spaet ins Bett ging.
Samstag sollte der grosse Bundesliga-Tag im Paulaner an der Waterfront stattfinden. Es wurden alle Deutschen (Flunki, Sven, Lutz mit seinen zwei deutschen Studenten) und Anhang zusammengetrommelt und im Paulaner versammelt. Spaeter kam noch Penny, die an der Waterfromt arbeitet, hinzu. Dort wurde dann den ganzen Nachmittag auf Grossleinwand zunaechst Muenchen-Frankfurt und spaeter Dortmund-MGladbach bei Weissbier und Weisswurscht geschaut. Ein Traum!!! Spaeter ging es zurueck nach Rondebosch mit Flunki und Henning in Maias Restaurant fuer ein paar Biere.
Am Sonntag kam dann das Tief nach Kapstadt und das heisst im Winter Regen ohne Ende. Kapstadt ist ein typische Winterregengebiet im Gegensatz zu z.B. Gtown, welches ein Sommerregengebiet ist. Kapstadt hat sehr leicht zu berechnendes Wetter. Im Winter drei Tage hoch mit Sonne und dann drei Tage tief mit Regen. Jegliche Outdoor Activities wie Tafelberg waren damit gestrichen. Also blieb uns nichts anderes uebrig als mit Flunki, Maia und Henning zunaechst Nuernberg gegen Mainz zu sehen und danach in Obs essen zu gehen. Dabei entdeckten wir ein Superrestaurant, dass noch niemand der Ortskundigen ausprobiert hatte. Der Koch zauberte ein paar perfekte Spareribs und Pommes wie in D. Wir waren so begeistert von den Pommes, das als er an dem Tisch kam, wir nur sagten Super-Pommes und nichts ueber die Rippchen. Daraufhin war er ein wenig geknickt und wir riefen ihn nochmal an den Tisch, um das grade zu biegen, denn beides war perfekt! Danach entschlossen wir uns noch diverse Runden Billard im Stones zu spielen bevor es nach Hause ging.
Maia, Henning und Flunki in der Fussballkneipe Scrumpys


Auf dem Balkon in der Billardkneipe Stones
Flunki und Henning auf dem Stones Balkon

Unser Versuch Billard zu spielen
Montag sollte ein richtiger Gammeltag werden. Nachdem Penny strunzbetrunken um 4 Uhr morgens mit ihrer Freundin Mwabi nach Hause kam und es geschafft hat mich mit "Adele, Set Fire to the Rain" zu wecken (und das ist nicht leicht, denn ihr wisst, ich wurde schon mal im Schlaf ausgeraubt), waren wir dann 5 Leute im Hause Henning, die den ganzen Tag nur Vidoes geschauten. Henning und ich waren nur fuer 1,5 h in einer Regenpause mit Puppy (Hennings Hund) spazieren. Am Abend zauberten Henning und ich das Abendbrot, welches aus gebratenen Hummerkrabben mit einer Chilli-Knoblauch-Zitronen-Sauce und Haehnchen gegrillt mit Butternusskuerbis, Kartoffeln und Rosmarin bestand. Das muessen irgendwie Sven und Kanya gerochen haben, die noch ihren Konibesuch noch vorbeischauten und noch etwas von den Haehnchen abgekamen. Der Abend endete mit dem Film Rango, den ich aber nur noch zur Haelfte gesehen habe.
Dienstag beschlossen Henning und ich bis um 16.00 Uhr zu arbeiten (er an einer Veroeffentlichung und ich an meiner Vorlesung, die Freitag starten sollte) um danach zunaechst zu zwei deutschen Metzgern zu fahren. Es war ein Traum... alle diese Wurstsorten, die ich so vermisst hatte. Ich hatte schon verdraengt, dass es etwass wie knackige Wiener, Weisswuerste, Knacker, Landjaeger, richtige Fleischwurst, Leberwurst und anderen Kaese als Gouda und Edamer gibt. Aber dort kam alles wieder hoch und ich kaufte fuer insgesamt 30 Euro Wurst und Kaese waren ein. Es war quasi ein Rausch aus dem ich erst wieder erwachte als ich die zwei vollen Tueten in meinen Haenden sah und mich fragte, wer das alles essen sollte. Danach wollte wir noch Fussball mit ein paar Leuten auf dem Campus der Uni zu spielen, aber man muss wissen, dass Suedafrikaner aus Zucker sind und deshalb bei Regen Zuhause bleiben muessen, sonst loesen sie sich auf. Also blieb uns wieder nichts anderes uebrig als in Obs essen zu gehen. Wir wollte eigentlich zu dem beruehmten Mexikaner (Tini weiss wovon ich rede), aber der war zu und so gab es gesundes chinesisches Essen. Flunki kam dann auch noch dazu. Abends war ein Besuch in einer St.Pauli-Kneipe in der Innenstadt geplant, um Schalke gegen Manu zu sehen. Das spiel war nicht ueberragend, aber alles kamen und wir waren die einzigen Gaeste in der Kneipe also starteten wir unsere Privatparty mit Weissbier und Billard. Die letzten, zu denen ich natuerlich auch gehoerte, fielen etwas beschippst um 5 Uhr ins Bett.
Leider sind die groessten Partys immer am Ende eines Aufenthalt, was nicht so schlimm waere, wenn ich nicht gegen 11.00 losgemusst haette, um die 900 km nach Gtown zu fahren. Meine Abfahrt verschob sich auf 12.00 Uhr und ich weckte die anderen nur schnell, um Ciao zu sagen. Mit vollen Tank und einem Snickers und vielen Wurstwaren ging es Richtung Heimat. Nach knapp 9 h war ich wieder in Gtown, aber mehr als die erste Halbzeit des Spiels Barca-Real konnte ich nicht mehr schauen, denn ich fiel totmuede ins Bett.
Der Donnerstag auf Arbeit verlief eher wie ein Traum. Ich funktionierte einfach nur und erledigte die letzten Vorbereitungen fuer meine Vorlesung am Freitag. Freitag begann meine Quantenphysik-Vorlesung und laeuft nun Zeit einer Woche recht gut, zumindest fuer mich. Die Studenten sind schwer geschockt, aber es ist nunmal die schwerste Vorlesung fuer die Leute im drittten Jahr und damit war zu rechnen. Abends schauten wir bei Ali noch Bremen-Wolfsburg, was eher eine Qual fuer mich war.
Das WE war wieder ein langes, da der 1.Mai auf einen Sonntag fiel und damit der Montag frei war. Samstag arbeite ich an meiner Vorlesung. Am Sonntag besuchte ich Sanel in Kleinemonde an der Kueste, wo sie jetzt mit ihrem Freund Veit wohnt. Wir hatten einen schoenen Cocktail-Abend in der Barmuda in Port Alfred. Am naechsten Morgen brach ich gegen 11.00 Uhr auf, um zu einem Braai bei Ali zu fahren. Das Wetter war sehr schoen und er beschloss spontan ein paar Leute zum Braai einzuladen. Ich blieb nicht lange, da immer noch nicht alles fuer meine Vorlesung erledigt war.
Die vergangene Woche organisierte ich neben meiner Vorlesung meinen Trip nach Boston. Ich fliege am 2.Juli dorthin auf eine Konferenz und freue mich schon den 4.Juli dort zu feiern, grade in Boston. Ausserdem habe ich endlich das offizielle Schreiben, dass mein Projekt mit Berlin genehmigt wurde. Jetzt steht viel Organisation an. Ich habe letztes Jahr zusammen mit Eugeny ein Projekt geschrieben (komplett unabhaengig von meiner Chefin) im Zusammenhang mit einem Aufruf in dem Suedafrika und Deutschland zusammen arbeiten sollen und unser Vorschlag wurde genehmigt (und der meiner Chefin abgelehnt, was einer mittleren Katastrophe gleichkommt). Damit bekomme ich Reisegelder fuer mich und zwei Studenten fuer 2 Jahre. Mein erstes eigenes Projekt!!!
Soviel mal wieder von mir!

Liebe Gruesse nach D

Christian

Samstag, 16. April 2011

Graduation und der Great Fish River

Hey Leute,

die letzten zwei Wochen waren mal wieder ereignisreich. Zunaechst stand die Graduation Woche an. Dieses Jahr waren die Naturwissenschaften am Donnerstag, den 07.04. als Erstes dran. Henning war schon am Sonntag vorher in Gtown angekommen und von diesem Tag an waren wir jeden Tag in der Kneipe. Es galt die letzten 4 Monate ohne ihn aufzuholen und ich kann vorweg nehmen, dass wir das geschafft haben. Ich habe schon lange nicht mehr von Kneipenbesuchen berichtet, da es nur noch wenige gab, aber mit den letzten 10 Tagen habe ich alles wieder gut gemacht. Mit ihm kamen Sven und Lutz aus Kapstadt an, die an einer Fisch-Konferenz in Gtown teilnahmen und am WE Flunkis Geburtstag am Great Fish River feiern wollten. Mittwoch kamen dann auch Flunki mit Ammon (Kumpel von den Erlangern aus D zum Urlaub in S.A.) und Kanya und Lennie (Svens Freundin und Sohn) an. Somit ging es Mittwoch Abend mit allen in die Ratte, um Flunkis Geburtstag reinzufeiern. Es war eines von vielen rauschenden Festen mit Nachwirkungen. Donnerstag stand dann die Graduation an. Dieses Jahr hatte ich mir aus Mangel an einem Talar und Doktorhut der HU einen der Rhodes University ausgeliehen. Diesmal sass ich also auf der Buehne zwischen all den anderen Mitarbeitern. Man kommt sich zunaechst schon recht komisch in der Tracht vor, aber mit Verlauf der Veranstaltung versteht man, dass es grade fuer die Absolventen wichtig ist. In D wurden diese ganzen Talare mit den Studentenprotesten 1968 abgeschafft. Durch Zufall habe ich aber endlich jemanden von der Sammlung der HU gefunden, die mit Fotos der alten Talare der HU schicken will. Damit habe cih die Moeglichkeit einen alten Talare mit Doktorhut der naturwissenschaftlichen Fakultaet der HU nachschneidern zu lassen.
Wir (die Verkleideten) marschierten festlich in den Saal mit all den Absolventen auf der Buehne und den Angehoerigen im Zuschauerraum ein. Der Verlauf war wie letzte Jahr: 2.5 h Reden, Ehrendoktoewuerde fuer einen Gast, Aufruf jedes einzelnen Absolventen. Henning war aufgrund seines Nachnamen Winker der letzte in seiner Reihe und die Mutter von Penny konnte sich wieder nicht zurueckhalten (siehe Hochzeit von Jacky) und rief lauthals: 'Dr. Winker, Dr. Winker' waehrend Henning ueber die Buehne schritt. Das Gelaechter war auf seiner Seite. Nach der Zeremonie standen dann noch Fotos mit allen Absolventen, denen ich so geholfen habe, an. Am abend wurde dann noch ein wenig mit Henning, seinem Vater mit Freundin, Sanel, Penny und anderen angestossen.

Sarah, Edith und ich beim Graduation Tea

Freitag stand der Graduation Tea in meinen Department an. Hier wurden noch einmal unseren besten Studenten geehrt und es gab ein paar Reden und Fingerfood dazu. Danach ging es ab zum Great Fish River Reserve, ein Naturreservat in der Naehe von Gtown in dem Flunki fuer seinen Geburtstag vier Bungalows gemietet hatte. Diese Bungalows lagen direkt oeberhalb des Great Fish Rivers  mitten in der Pampa. Strom wird dort ueber Solarzellen erzeugt und der Kuehlschrank und Warmwasser funktioniert ueber Gas. Wir kamen grade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang und hatten somit einen Grund Sundowner zu trinken. Mit einen Braai, diversen Getraenken und vielen Gespraechen verbrachten wir einen schonen Abend und Nacht am Fish River. Es war eine sternenklare Nacht mit vielen Sternbildern, der Milchstrasse und ich sah insgesamt 7 Sternschnuppen ueber den Himmel rauschen. Die Paviane waren ganz in unserer Naehe und machten eine Menge Krach.
Am naechsten Morgen waren Lutz und ich (wir teilten uns ein Bungalow) schon frueh raus. Wir konnten Paviane und Kudus auf der anderen Seite des Flusses beobachten. Ich musste gegen 10.00 Uhr zurueck nach Gtown fuer das PhD lunch. Dazu werde alle PhDs (Doktor) mit einem Angehoerigen und dem Betreuer eingeladen. Da ich wieder Co-Supervisor war, nahm mich Prof wie letztes Jahr mit. Henning und Penny waren ebenfalls von der Partie. Das Essen war hervorragend und danach habe ich Penny und Henning mit zurueck zum Fish River genommen. Mittlerweile war auch Ali mit Ivy und Luna eingetroffen, der Freitag noch Ivys Graduierung in Gtown feierte und deshalb erst Samstag auftauchte. Dieser Abend wurde um einiges feuchtfroehlicher und laenger als Freitag. Nun war die alte Erlanger Truppe (Flunki, Ali, Sven und Ammon) vollstaending und die Geschichten von damals nahmen kein Ende.
Sonntag morgen mussten die Kapstaedter recht frueh aufbrechen, um nicht zu spaet in Kapstadt anzukommen (10 h Fahrt). Henning,  Penny, Ali, Ivy und ich blieben noch laenger und genossen die Sonne. Nachmittags in Gtown stand Fussball und endlich wieder mit Henning an.
Dieser Fluss muss mit den Auto ueberquert werden.

Lutz mit seinem Kaffeefilter aus Alufolie (Patent angemeldet)

Flunki bei der Panorama Aufnahme

Mein Versuch eines Panorama-Bildes von unserer Terrasse aus

Die Jungs noch ein wenig muede am naechsten Morgen (vorne Flunki, dahinter Ammon und Lutz)

Ali mit Luna beim Fruehstueck (Katerbedingt nur mit Wasser)

Die letzte Woche war von Seminarvortraegen unserer Studenten gepraegt. Dadurch hatte ich auch wieder viel zu tun, da die Studenten wie immer in letzter Minute Info und Hilfe fuer ihren Vortrag brauchten. Montag feierte Sanel ihren Abschied aus Gtown. Ihr Freund Veit aus D sollte Mittwoch ankommen und dann wollte die beiden an die Kueste ziehen und Sanel sich fuer die diverse Jobs im Land bewerben. Dienstag und Mittwoch stand Champions League an und eigentlich Donnerstag, aber letztendlich Freitag fuhr Henning, jetzt Dr. Winker, wieder zurueck nach Kapstadt. Nach diesen 10 Tagen voller Partys fiel ich gestern um 21.00 Uhr ins Bett.
Naechste Woche Donnerstag fahre ich mit dem Auto nach Kapstadt und verbringe Ostern dort. Der Mittwoch nach Ostern ist Freedom Day und den Dienstag nehme ich frei, so dass ich knapp eine Woche dort verbringen kann.

Liebe Gruesse

Christian

Sonntag, 3. April 2011

Umzug

Hey Leute,

wie im letzten Blog-Eintrag erwaehnt musste ich aus meinem kleinen Haeuschen ausziehen. Mittwoch sollte es dann soweit sein. Ich packte die ersten Sachen und fuhr zu meinem neuen Haus in der Frere Street. Marten hat sich das schon per Street View angeschaut. Mittlerweile ist das Loch in der Strasse aufgefuellt... Das Haus ist in zwei Wohnungen aufgeteilt, wobei jede Wohnung einen separaten Zugang hat und keine Moeglichkeit von einer zur anderen Wohnung zu gehen. Der Vermieter ist Geoffrey Lucas, der ehemalige Chef des Elektronic Departments in Rhodes. Er muss schon Mitte 80 sein, faehrt aber immer noch regelmaessig Moutainbike-Rennen. Nachdem ich die erste Miete bezahlt hatte, uebergab er mir die Schluessel, erklaerte noch ein paar Details und damit war ich Mieter eines neuen Hauses. Ich habe jetzt zwei Zimmer mit Kueche und Bad separat. Im Flur befindet sich jede Menge Stauraum und im Garten gibt es einen Pool, einen Braai-Platz, Waschmaschine und jede Menge Platz. Die Wohnung ist komplett moebliert und haette nichts ausser meinen Klamotten mitbringen muessen. Freitag frueh bin ich dann endgueltig eingezogen.
Eingang zum Haus

Garten hinter dem Haus
Schlafzimmer

Wohnzimmer

Kueche

Einfahrt links neben dem Haus, in der Garage lebt der Mr. Lucas
Garten rechts neben dem Haus mit Pool und Braai-Platz


Freitag musste ich auch nach P.E.. Der Unfall ist nun fast ein Jahr her und ich wollte den Doc noch einmal einen Blick auf das Knie werfen lassen. Er ist sehr zufrieden mit der Heilung. Das Roentgenbild zeigte aber leider Teile meiner Kniescheibe zwischen Knochen und Kniescheibe. Falls ich weiterhin Probleme mit dem Knie haben sollte, muss noch einmal ein athroskopischer Eingriff vorgenommen werden. Ist ne schnelle Sache mit morgens rein ins Krankenhaus und abends wieder raus. Ausserdem hat er mir eine Bandage verschrieben, die ich jetzt 4 Wochen permanent und danach nur noch beim Sport tragen soll.

Mein Aufenthalt in P.E. habe ich dann gleich mal genutzt, um ein wenig einkaufen zu gehen. Neben Klamotten konnte ich auch endlich mal wieder eine groessere Auswahl an Obst, Gemuese, Kaese, Fleisch und vorallem Fisch geniessen. Gtown hat schon fast alles aber in P.E. bekommt man doch noch mehr und bessere Auswahl. Vollgepackt ging es dann in stroemenden Regen zurueck. Es fiel soviel Regen, dass das Wasser nicht mehr ablaufen konnte und man auf einem Film aus Wasser fuehr. In dieser Situation konnte man mal wieder sehen, warum S.A. 10 Mal soviel Verkehrsunfaellewie Spanien hat!!! Entweder fuehren die Leute mit 40 die Landstrasse ohne Licht endlang oder sie preschten mit 150 und Wahnblicklicht die Strasse runter und ueberholten in jeder moeglichen und unmoeglichen Situation.
Das Wochenende verlief recht ruhig. Habe hauptsaechlich Kisten und Koffer ausgepackt, Waesche gewaschen und die neue Bude so umgeraeumt, wie es mir gefaellt. Heute kommt Henning in Gtown an, da naechste Woche Donnerstag seine Graduierung ist. Fleissige Leser erinnern sich vielleicht noch an den Beitrag vom letzten April. Diesmal werde ich auch in Robe der Rhodes University (die Humboldt Uni hat leider keine eigene) auf der Buehne sitzen und Henning bekommt seine Rhodes Doktorrobe festlich ueberreicht. Gemeinsam wollen wir heute noch bei Ali Fussball schauen (Koeln-Nuernberg) und danach ein wenig selber spielen. Naechstes WE geht es dann an den Fish River, ca. eine Stunde von Gtown entfernt. Das ist ein kleines privates Naturreservat in dem Flunki (Deutscher in Cape Town, siehe Argentinien-Deutschland Eintrag) ein grosses Bungalow gemietet hat, in dem wir (Henning, Ali mit Family, Sven mit Family und noch ein paar andere Deutsche) am We uebernachten. Freue mich drauf!

Soviel vom Ende der Welt!

Liebe Gruesse

Christian

Sonntag, 27. März 2011

Januar bis heute

Hey Leute,

und wieder ein Eintrag, um endlich mal wieder zurueck in die Gegenwart zu kommen.
Im Januar ging es direkt mit jeder Menge Arbeit weiter. Das Buchkapitel musste abgabebereit werden und die grosse suedafrikanische Chemie-Konferenz SACI 2011 stand an. Ich hatte einen Beitrag eigereicht und bekam einen Vortrag zugesprochen. Der musste vorbereitet werden. Am 16. Januar ging es dann nach Johannesburg an die Witswatersrand University. Wir sind mit insgesamt 16 Leuten angetreten, von denen neben mir noch Edith, Sam, Megan und Reama einen Vortrag hielten. Am ersten Abend gab es einen grossen Empfang mit Buffet und Musik. Wie immer waren unsere Studenten die letzten auf der Tanzflaeche.

Empfang auf der Konferenz: Edith, Yasin (unser Quoten-Tuerke) und Nolwazi (v.l.) .

Am Mittwoch stand dann mein Vortrag an. Der Verlauf war super, aber leider habe ich wohl die armen Chemiker mit meiner Spektrokopie ueberfordert. Eine einzige Frage...

Wie immer ueberzeugend bei meinen Vortraegen...

Neben der Arbeit stand auch einiges an Vergnuegen an. Am Freitag, dem 21.01 war es dann soweit, die Konferenz war ueberstanden und Tobs und Christine sollten in Joburg ankommen. Ich fuhr Prof und Edith zum Flughafen und musste dann 6 h auf dem Flughafen verbringen, aber mit einem Buch war es halb so schlimm. Gegen 23 Uhr war es endlich soweit und die beiden waren gesund in Joburg angekommen. Nachdem wir den Mietwagen ausgeliehen hatten, ging es in ein Backpackers. Mit Navi war die Suche halb so schlimm. Nachdem ich diverse Geschenke von den beiden zum Geburtstag und Weihnachten bekommen hatte, ging es weit nach Mitternacht ins Bett. Am naechsten Morgen ging es frueh aus den Federn, da wir noch vor 18.00 Uhr im Krueger ankommen wollten. Wir hatten mehr als 500 km vor uns und die Strassen sind nicht im gleichen Zustand wie deutsche Autobahnen (Oli und Simone wissen wovon ich rede). Auf dem Weg dahin wurde ich das erste Mal geblitzt. Die Polizistin meinte, ich muss in die 30 km entfernte Polizeistation, da mein Fuehrerschein nicht aus Suedafrika ist. Ich meinte, dass wir es eilig haben und nicht dorthin fahren koennen. Daraufhin gab es ein wenig hin und her bis ich verstand, dass ich das auch anders regeln koennte. Ich zog 50 ZAR aus meinem Geldbeutel und die Sache war geritzt. Schoene Fahrt!
Im Krueger angekommen haben wir gleich mal ein paar Tiere auf dem Weg zum Camp gesehen. die Vegetation war komplett anders als im Oktober mit Oli und Simone. Alles gruente und bluehte vor sich hin, wunderschoen, leider mit dem Nachteil, dass man die Tiere nicht mehr so gut sehen konnte. Die erste Nacht verbrachten wir in einem Zelt (Kompromiss zwischen Tobs und Tini). Tobs wollte die Natur pur, Tini lieber befestigte Unterkuenfte, also ein Tag Zelt, zwei Tage Bungalow. Nach einem kleinen Spaziergang durchs Camp und einen Braii fielen wir tot ins Bett. In den naechsten zwei Tagen sahen wir viele Tiere, aber wir hatten immer das Problem, dass sie sich gut verstecken konnten.

Tini am Steuer.Nach der Umstellung auf Linksverkehr hat sie uns sicher durch S.A. gebracht.

Das Zelt am ersten Abend. Tobs packt aus.

Todmuede am ersten Abend.

Nach dem Krueger ging es durch Swaziland nach St. Lucia zum iSmangaliso-Wetlandpark. Wir wollten Hippos und Krokos aus naechster Naehe sehen. St. Lucia ist eine schoene Stadt und der Wetlandpark eine Reise wert. Wir haben in einem B&B uebernachtet, dass wie ein kleines Paradies ausgebaut war. Man fuehlte sich wie in einer anderen Welt.

Umlilo (Feuer) lodge in St. Lucia

Im Wetland Park haben wir dann auch endlich Nashoerner aus naechster Naehe gesehen, was uns im Krueger nicht gelungen war. Am Cape Vidal sind wir dann in den Indischen Ozean gesprungen. Mit 25 Grad und meterhohen Wellen war das ein Riesenspass. Nachts laufen durch St. Lucia Hippos durch die Strassen auf der Suche nach Futter. Hippos sind die Tiere, die die meisten Menschen in Afrika toeten. Tobs und ich wollten aber trotzdem mal ein Hippo auf der Strasse sehen, Tini war da eher skeptisch, aber mit dabei. Wir fuhren mit dem Auto los und waren schon eine Weile unterwegs. Am Ende einer Sackgasse wendeten wir das Auto und da stand es 3 m vor uns. Tini war die erste die es sah und verschwand dann unter den Sitzen. Das Hippo war nicht so begeistert von unserem Besuch und versuchte zu fliehen. Wir also hinterher, aber dann verschwand es zwischen Bueschen. Leider ging das alles so schnell, dass wir kein Beweis-Foto machen konnten.

Rhino im Wetlandpark

Am letzten Tag in St.Lucia ging es noch auf eine Bootsfahrt auf dem Fluss in St. Lucia. Zunaechst regnete es aber dann klarte es auf und wir bekamen neben zahlreichen Hippos auch Krokos und viele verschiedene Vogelarten zu sehen.

Bootsfahrt auf dem Fluss in St. Lucia

Hippos im Fluss von St. Lucia.

Nach zwei schoenen Tagen ging es wieder in Richtung Joburg zurueck. Tobs musste nach einer Woche wieder zurueckfliegen, Tini blieb noch eine weitere Woche. Als Zwischenhalt waehlten wir Piet-Retief. Eine kleine Stadt in der Naehe von Swaziland. Durch Zufall landeten wir in einer Unterkunft auf einer Farm einer Deutschen mit ihrem suedafrikanischen Mann. Sie ist schon ueber 50 Jahre hier, freute sich aber sehr, Deutsche zu treffen. Hier schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Bediensteten waren gekleidet wie im 'Vom Winde verweht'.

Bedienstete auf der Farm in Piet-Retief.

Am naechsten Tag ging es nach Joburg um Tobs am Flughafen abzusetzten und Tini und ich wollten einen Flug nach P.E. am naechsten Tag nehmen. Wieder einmal uebersah ich ein 80-Schild und wurde geblitzt. Diesmal wusste ich ja schon wie ich mich "freikaufen" konnte und die Verhandlungen verliefen schnell. Da ich diesmal ueber 40 zu schnell war, gab ich dem Polizisten etwas mehr Geld, aber weit weniger als die Strafe, die 1400 ZAR gewesen waere. Nachdem wir dann noch eine Radkappe verloren hatten und in diversen Staus (Baustellen) standen, erreichen wir den Flughafen rechtzeitig und Tobs stieg in den Flieger. Tini und ich uebernachteten wieder in dem gleichen Backpackers wie die Woche zuvor. Wir schauten uns noch ein wenig die Gegend um unser B&B mit dem Auto an, aber leider kannte ich Joburg noch nicht so gut, dass ich ihr viel zeigen konnte.
Am naechsten Morgen ging es mit dem Flieger nach P.E. und mit dem Auto nach Gtown. Wir gingen Samstag noch zusammen mit Sanel in die Ratte was trinken und essen. Sonntag musste ich noch etwas arbeiten und Tini schaute sich Gtown allein an. Sie hatte ihre Sonnenbrille auf der Landebahn in P.E. verloren und stattete sich neu aus.
Montag begann der zweite Teil der Reise: die Garden Route hinunter. Das war auch wieder der ultimative Test fuer meinen CITI GOLF und ich nehme vorweg, er hat ihn mit bestanden. Zunaechst ging es in den Lion Park in P.E.: Loewen anschauen und streicheln.

Die kleine Loewin war etwas gereizt, aber ich habe ueberlebt.

Uebernachtet wurde dann im Tsitsikamma Nationalpark. Wir bekamen ein schoenes Bungalow direkt am Wasser. Am gleichen Tag haben wir uns dann noch die Haengebruecke ueber dem Stormsriver angeschaut und wanderten auf den Aussichtspunkt auf dem Berg. Die Strecke stellte sich als extrem hart heraus, aber fuer den Ausblick hatte es sich gelohnt. Am naechsten Tag haben wir dann noch die Wanderung zum Wasserfall in Angriff genommen. Keine einfache, aber sehr schoene Strecke.

Tini wieder am Steuer, diesmal vom CITI GOLF.
Tini im Tsitsikamma Nationalpark. Auf den Berg im Hintergrund sind wir dann noch geklettert.

Haeegebruecke uber dem Stormsriver.

Blick ueber den Tsitsikamma Nationalpark vom Berg aus.

Aussicht von unserem Bungalow im Tsitsikamma.

Der Wasserfall im Tsitsikamma Nationalpark.

Nach unserer Wanderung zum Wasserfall ging es in den Knysna Elefantenpark. Hier werden Elefantenwaisen aufgezogen und entweder ausgewildert oder im Park behalten. Hier gibt es auch die Moeglichkeit Elefanten zu streicheln, fuettern oder auch zu reiten. Ich war neugierig wie das so sein wird, aber ich muss sagen, dass es mir nicht gefaellt diese Tiere zu streicheln. Irgendwie fuehlt sich das so gezwungen an und ich wuerde es nicht noch einmal tun.

Elefanten Fuetterung in Kynsna.

Tini und ich an einem mittelgrossen Elefanten.

Nach dem Elefantenpark ging es in Richtung Oudtshorn in die Kangoo Caves (Hoehlen). Wenn man schon mal in einer Tropfsteinhoehle war, ist dieser Besuch nicht anders. Der einzige Unterschied, war, dass es sehr warm in der Hoehle war. Das liegt zu einen daran, dass die Hoehle nicht durchgaengig ist und dadurch keine Luftzug entsteht, zum anderen liegt sie relativ weit oben am Berg. Wir uebernachteten dann in Oudtshorn in einem Backpackers.

Eine der Tropfstein-Formationen in den Hoehlen.

Am naechsten Tag ging es zum Cape d'Aghulas. Das ist der suedlichste Punkt Afrikas und geographisch der Punkt an dem indischer und atlantischer Ozean zusammen treffen. Meeres-Biologen sehen das anders und wuerden eher den Cape Point benennen. Wir fanden eine Unterkunft in einem Surfer-Backpackers. Abends gab es dann Fisch in einem kleinen Hafen-Restaurant. Neben guten Essen kamen wir auch in den Genuss einen Skorpion zu sehen. Leider beschloss die Kellnerin ihn mit dem Besen zu erschlagen.

Im Regen am Cape d'Agulhas.

Im Donnertag ging es dann weiter nach Stellenbosch. Fleissige Leser wissen schon, was das bedeutet, richtig: Weinprobe. Insgesamt 3 Weinproben standen auf unserer Liste. Am Ende waren die Weine von Solms-Delta mal wieder die Besten, aber die Aussicht vom Dieu Donne war unbestechlich.

Aussicht vom Weingut Dieu Donne.

Nach unseren Weinproben wollten wir Kapstadt noch vor Sonnenuntergang erreichen. Henning wartete schon auf uns und nachdem wir uns ein wenig verfahren hatten, kamen wir waehrend der tiefsten Rush-Hour an Hennings neuen Haus in Observatory (Obs) in Kapstadt an. Nach kurzer Begruessung ging es in ein 'chinesiches' Restaurant. Danach noch auf einen Absacker in der Stammkneipe. Naechsten Tag stand fuer Tini und mich eine Fahrt durch Kapstadt und die Kaphalbinsel an. Henning entschied am naechsten Morgen spontan mitzukommen. Also ging es zunaechst zum Tafelberg, dann entlang der Kueste durch Camps Bay, ueber den Chapman's Peak Drive hin zum Cape Point und Kap der Guten Hoffnung.

Schoner Ausblick auf Kapstadt mit Henning und Tini.
Ein gemuetliches Plaetzchen auf dem Tafelberg.
Tini und Henning am Cape Point

Auf dem Rueckweg machten wir noch kurz halt in Muizenberg fuer einen Kaffee bevor es wieder nach Obs ging. Mit grossen Hunger ging es mit Flunki und Henning zum lokalen Mexikaner mit der Warning, dass es grosse Portionen gibt. Danach trafen wir Penny und Maia, auf einen Drink im Armchair, einem Backpackers mit Kneipe. Penny verschwand dann aber in einem Club, in dem wir nich mehr reindurften, so dass es fuer uns dann nach Hause ging.
Am Samstag und dem letzten Tag fuer Tini in S.A. wollten wir noch einmal ein Bummel mit Touri Einkauf durch die Innenstadt machen. Zunaechst schauen wir uns Long Street mit Market Square (und grossen Afrika Markt) an. Danach ging es noch an die Waterfront. Es war noch genuegend Zeit fuer einen weiteren Ausflug und so gingen wir in den botanischen Garten von Kirstenbosch. Hier haben wir dann noch einige Kilometer zu Fuss zurueckgelegt. Nach einem leckeren Abendessen in einem Restaurant dessen Namen ich vergessen habe, fuhr ich Tini zum Flughafen. Hier herrschte ein wenig Chaos am Schalter von KLM, da die Maschine verspaetet aus Amsterdam kam. Am Ende klappte alles mit den Umbuchungen der Anschlussfluege und Tini kam wieder heile in D an.

Nach diesem tollen Urlaub ging es wieder zurueck an die Arbeit. Insgesamt 8 neue Studenten starteten in unserer Gruppe und das bedeutet viel Arbeit. Ich habe angefangen mit der ersten Fussball Mannschaft von Rhodes zu trainieren, um wieder fit zu werden. Naechste Woche ziehe ich in eine neue Wohnung. Meine Vermieter brauchen das Haeuschen fuer ihre Eltern. Soviel zum neusten Stand auf meiner Seite.
Hier noch ein aktuelles Foto mit meiner Webcam:

Gesund und munter in meinem Buero.

Liebe Gruesse

Christian

Montag, 21. März 2011

Von November bis Dezember

Hey Leute,

heute ist Human Right Day und damit Feiertag in S.A. Wieder Zeit fuer mich, den Blog auf den neuesten Stand zu bringen.
Nach Tsitsikamma Mitte November ging es Ende November zunaechst nach Stellenbosch um Messugen an Kerstins Proben zu machen. Nachdem wir mehrere Tage von morgens bis abends gemessen hatten, entschieden wir uns am Samstag zunaechst an die Kueste und danach auf Weinfarmen zu fahren. Monty, ein Masterstudent der Arbeitsgruppe in Stellenbosch, zeigte uns zwei Weingueter auf denen wir dann diverse gute Weine verkosteten.

Kerstin, ich und Monty (v.l.) bei derWeinprobe auf dem Weingut "Solms Delta".

Kerstin am Strand in Summerstrand bei Kapstadt.

Nach unserem Messugen in Stellenbosch ging es auf eine Tagung in Kapstadt an der University of the Western Cape (UWC). Dort fand das jaehrliche treffen der NIC (das Centre in dem ich arbeite und von dem es noch 2 weitere in S.A. gibt) statt. Kerstin und 3 weitere Studenten plus meine Chefin sollten dort ihre Ergebnisse praesentieren. Die Vortraege verliefen sehr gut und ein Student erhielt sogar den Preis fuer den zweitbesten Vortrags. Am letzten Abend gab es ein tolles Banquet in einem der Weingueter. Ein schoener Abschluss der Konferenz. Am naechsten Morgen hatten wir noch Zeit bis zum Abflug und ich fuhr unsere Studenten mit unserem Leihwagen zum Signal Hill und der Waterfront in Kapstadt. Am Abend ging es zurueck nach Gtown. Meine letzte geschaeftliche Reise im Jahr 2010 und ich spuerte in den naechsten Wochen, dass die letzten Monate an meinen Kraeften gezerrt hatten.

Shawn, Kerstin, Shane, Peter und Wu Xi auf dem Signal Hill. Im Hintergrund der Tafelberg.


Unsere Studenten mit Prof auf dem Abschluss-Banquet.
Der Rueckflug nach Gtown.

Fuer Kerstin ging es Ende November nach 3 Monaten in S.A. wieder zueruck nach Giessen. Ich verbrachte den Dezember mit dem Beenden einiger Artikel und ein Buchkapitel zusammen mit Edtih. Mein erstes Buchkapitel, es war ein Menge Arbeit, aber ich bin schon etwas stolz nun bald Autor in einem Fachbuch zu sein. In dieser Zeit fing ich auch langsam wieder an Fussball zu spielen. Ich traf mich mit Ali einmal woechentlich und wir schossen uns den Ball ein wenig hin und her und liefen ein wenig dabei. Weihnachten verbrachte ich dieses Jahr in S.A.
Schon frueh lud mich Ali ein mit seiner Frau Ivy und Luna, ihrer frisch geschluepften Tocher, Weihnachten zu feiern. Luna wurde am 10.11.2010 geboren. Jeder von uns dreien sollte etwas zum Essen beitragen. Meine Aufgabe war der Vogel. Also besorgte ich einen Truthahn, alle noetigen Zutaten und versuchte mich nach vielen Jahren der Erfahrung mit Enten und Gaensen diesmal an einem Truthahn. Der wurde richtig gut und wir konnten am naechsten Tag nochmal davon essen. Es war mein erster Heilig Abend ohne Familie und nicht in Berlin. Es war schon komisch, dass es noch bis 21.00 Uhr abends hell war, wir ca. 25 Grad hatten und meine Familie 10.000 km entfernt war. An dem Abend rief ich dann noch per Skype an Zuhause an und konnte wenigstens per Video mit im Haus meiner Oma sitzen und auch ein wenig am Heilig Abend im verschneiten Berlin teilnehmen. Spaeter am Abend tauschten wir dann Geschenke aus. Ich bekam ein Fussball-Lexikon mit allen Ergebnissen in allen europaeischen Ligen von Ali (wir streiten uns regelmaessig, wann wer Meister oder Pokalsieger war und nun wird immer nachgeschlagen) und Schienbeinschoner und Rhodes-Stutzen von Ivy. Ali schenke ich einen Thriller von Deon Meyer und Ivy das Buch Disgrace (Schande) von Coetzee. Es war ein schoener Heilig Abend.
Der Truthahn.
So ist das Wetter Heilig Abend in Gtown! Aussicht von Alis Haus ueber Gtown.
Unsere Runde an Heilig Abend.
Ali packt seine Geschenke vor unserem kleinen Weihnachtensbaum zusammen mit Luna aus.

Am naechsten Tag ging es nochmal zu Ivy und Ali zum Reste essen und am 26.12. ging es dann auf meine Kurzreise ins Northern Cape. Ich wusste, dass ich bis zur Ankunft von Tini und Tobs am 21.01. keinen Urlaub haben werde und die Konferenz im Januar noch viel Arbeit erfordern wuerde, so dass ich ein paar Tage frei brauchte. Also packte ich meinen CITI GOLF buchte eine paar Unterkuenfte in Nationalparks und los ging es. ROADTRIP! Zunaechst fuhr ich in den Mokala Nationalpark in der Naehe von Kimberly. Ein beschaulicher und neuer Park mit vielen verschiedenen Boecken. Ich kam am Abend nach 8 h Fahrt dort an und wollte unbedingt eine Tour am fruehen Morgen machen. Leider war ich der Einzige, der das wollte, aber die Rangerin sagte nur, dass sie sowieso immer rausfaehrt und ich deshalb mitkommen koennte. Ich bekam also eine private Fuehrung mit allen moeglichen Infos. Habe zum ersten Mal die in Suedafrika seltenen Rappenantilopen gesehen. Immer wieder fasziierend diese Tiere in der Natur zu sehen.

Der weisse Flitzer hat mich 3000 km lang nicht im Stich gelassen.

Rappenantilope im Mokala Nationalpark.

Erdmaennchen im Mokala Nationalpark.

Am naechsten Tag ging es weiter Richtung Upington und Kalahari Wueste. Ich uebernachtete auf einem Campingplatz in der Naehe von Upington am Oranje River. Ich hatte dort ein Zelt gebucht. Am naechsten Tag ging es ganz frueh Richtung Augrabies Fall Nationalpark. Zu dieser Jahreszeit fuert der Oranje viel Wasser und die Wasserfaelle im Augrabies sind spektakulaer. Leider konnte ich morgens noch nicht in mein Bungalow und wenigstens meine Sachen ins Kuehle stellen. Es herrschten schon morgens 35 Grad und es ging im Laufe des Tages auf 45 Grad hoch. Mein CITI GOLF hat auch keine Klimaanlage. Ich dachte ich fahre ein wenig im Park herum bevor ich mein Bungalow beziehe, aber das war ein Fehler. Die Hitze war unertraeglich und am Ende explodierte mein Fussball im Kofferraum. Zurueck im Camp bin ich erstmal direkt mit Klamotten in den Pool gesprungen, um irgendwie wieder abzukuehlen. Am Abend gab es dann noch einen schoenen Braai mit dem einzigen Bier auf der ganzen Reise (unglaublich fuer mich!).

Shopping Center in der Kalahari.Mein Zelt am Oranje River
Der Augrabies Wasserfall
Mein Fussball nach dem Trip in die Wueste.
Die Landschaft im Augrabies Nationalpark.

Am naechsten Tag ging es weiter Richtung Joburg tiefer in die Kalahari. Mein Plan war eigentlich mit Sanel in Joburg Silvester zu feiern. Waehrend meiner Reise sagte sie die Feier dort ab und wir entschieden in Gtown zu feiern. Trotzdem hatte ich diese Uebernachtung in Kuruman schon gebucht und wollte auch noch weiter in die Kalahari fahren. Ich verliess den Oranje River nicht ohne Wein zu kaufen. In der trockenen Landschaft findet man immer wieder Weingueter, die sich aus dem Fluss das Wasser fuer ihre Weinpflanzen holen. Da sieht man dann Wueste und mittendrin ein Weingut.
Kuruman ist eine Stadt mitten in der Kalahari, die nur ueberleben kann, da sie eine unterirdische Quelle hat, die die Stadt taeglich mit 20.000.000 l Wasser versorgt.

Das Auge von Kuruman (Quelle).

Am naechsten Tag ging es Richtung Kimberly zurueck. Dort wollte ich mir das Big Hole mit Mueseum und Ausstellung ansehen, bevor ich wieder im Mokala Nationalpark uebernachtete. Kimberly ist bekannt durch sein Diamantenrausch im 19th Jahrhundert. Das 'Big Hole' soll das groesste von Menschenhand (also ohne Maschinen) gegrabene Loch der Welt sein.


Dieses Mal schaute ich mir einen anderen Teil des Mokala an. Leider waren die Tiere sehr scheu, da der Park vorher eine Jagdfarm war und die Tiere immer noch sehr aengstlich gegenueber Menschen und Autos sind. Ich habe also nicht mehr viele Tiere gesehen, dafuer war mein Bungalow traumhaft gelegen.

Mein Haeuschen mit Blick auf ein Tal mit Fluss.

Am naechsten Tag ging es wieder zurueck nach Gtown. Dort wartete schon Sanel um mit mir Silvester zu feiern. Zunaechst haben wir bei ihr im Garten ein wenig zu zweit vorgeglueht bevor es in die Ratte ging. Gtown ist zur Weihnachtszeit immer ausgestorben, aber es fanden sich ca. 40 Leute darunter auch mein franzoesicher Kollege Pierre mit Freundin, um Silvester in der Ratte zu feiern. Durch Zufall waren auch zwei Deutsche Urlauber da, die auf der Durchreise waren. So konnte ich mal wieder etwas Deutsch sprechen. Sanel war um 1 Uhr schon voellig betrunken. Ich fuhr sie nach Hause und feierte dann den Rest der Nacht mit Pierre. Ein ereignisreiches Jahr 2010 mit dem Hoehepunkt der WM ging zuende.

Soviel zum Jahr 2010. Das Jahr 2011 ging erreignisreich weiter ...

Das beschreibe ich im naechsten Blog Eintrag.

Liebe Gruesse

christian