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Sonntag, 28. März 2010

SciFest und wieder mal kein Wasser

Hey Leute,

wir Deutschen hier in Suedafrika haben eine Abkuerzung erfunden, die wir uns gegenseitig zurufen, wenn mal wieder etwas fuer uns typisch afrikanisches passiert: TIA oder auch TISA. That is Africa oder That is South Africa. Diese Woche war es mal wieder soweit, aber dazu spaeter.
Letzte Woche (15-21.03) war ich weiter hauptsaechlich mit der Vorbereitung meiner Vorlesung beschaeftigt. Parallel mussten schon die Fragen fuer das Exam im Juni gestellt werden und da ich nicht mal genau wusste, was ich in meiner Vorlesung machen werde, war das eine besondere Ausfgabe. Jetzt muss ich wohl eine Vorlesung um meine Exams-Aufgaben basteln. Aber mittlerweile ist die Vorlesung fast fertig. Den Rest muss ich anpassen, wenn es los geht. Am Mittwoch war St. Patricks Day. ein irischer Feiertag. Zwar sind hier kaum Iren zu finden in dieser Stadt, aber hier wird jede Gelegenheit genutzt etwas zu feiern. Gefeiert wird zu Ehren des irischen Nationalheiligen St.Patrick, der an einem 17. März im 5. Jahrhundert gestorben sein soll. An diesem Tag wird hauptsaechlich gruen getragen und alle Getraenke gruen gefaerbt. Es wird hauptsaechlich getrunken und gefeiert.
Am Sonntag war Human Rights Day. Da wird in Suedafrika an das Massaker von Sharpeville 1960 gedacht. Da es sich zum 50sten Mal jaehrte waren auch in der deutschen Presse viele Artikel dazu zu finden. Hier in Suedafrika gibt es eine tolle Regelung, wenn ein Feiertag auf einen Sonntag faellt. Der Montag danach ist auch frei!!! Sonntag war ich und der Rest der Bande zu Dion eingeladen zum Abendbrot. Dion huetet derzeit Guys Haus, da dieser wie schon mal erwaehnt nun fuer 3 Jahre nach England zurueckgegangen ist. Dion ist ein begnadeter Koch und servierte uns Lamm in Rotweinsosse und dazu Kartoffelbrei und eine Mus aus Kuerbis und Erdnusscreme. Das hoert sich erstmal komisch an, schmeckt aber fantasisch. Zum Nachtisch gab es Milchreis mit Erdbeeren. Ein netter Abend zumal der Montag ja frei war. Montag stand nach einem entspannten Tag ein abendbrot im Yellow House an. Jesko baut derzeit ein Sonnendeck, um weitere Gaeste anzulocken und wir (Henning, Penny, Andi, Nonca) waren eingeladen, um es inoffiziell einzuweihen. Dazu haben wir Jesko bersprochen, dass jeder mal in den naechsten Wochen ein schnelles Gericht fuer seinen neuen Mittagstisch kocht. An diesem Wochenende war Henning mit vegetarischen Tortillas dran. Vegetarisch, weil Jesko kein Fleisch und nur Fisch isst. War ein schoener Abend auf dem Deck.
In dieser Woche (22.03-heute) begann das SciFest. Das ist eine Veranstaltung in der viele verschiedene Angebote zum Thema Science (Wissenschaft) angeboten werden. Da werden Vortraege, Workshops, Vorfuehrungen und eine Lasershow angeboten. Meine Chefin sollte dieses Jahr den Eroeffnungsvortrag halten und der stellvertretende Bildungsminister sollte vorbeikommen und die Veranstaltung eroeffnen. Das Fernsehen war deshalb auch da. Ich wurde kurzerhand zum Technikchef ihres Vortrag berufen und sollte sie danach mit ein paar Mitgliedern unserer Gruppe zum Stehempfang begleiten. Als Ueberrascung fuer Prof. sollte Megan (Masterstudentin) sie offiziell vorstellen. Wir hatten es geschafft die Sache fuer einige Monate geheim zu halten und Prof. war sichtlich geruehrt von der Rede. Danach gab sie einen fuer sie typischen, sehr lustigen Vortrag bis zu dem Punkt als auf einmal ihr Laptop sich updaten wollte. Ich duerfte nicht bis kurz vor ihrem Vortrag auf die Buehne um alles fuer ihren Vortrag vorzubereiten und so musste ich einem der Mitarbeiter sagen, was zu tun ist. Leider hat er mir nicht zo richtig zugehoert. Naja also muesst ihr euch vorstellen, dass mitten im Vortrag auf einmal Fenster auf dem Bildschirm aufpoppten und Prof. vor 1000 Leuten sagt:" Oh, was hab ich da gemacht? CHRISTIAN, hilf mir!" Also sprang ich auf und lief nach vorne. Auf der Buehne angekommen, hatte sie das Problem bereits geloest, also drehte ich auf der Buehne um und ging zurueck zu meinem Platz. Danach kannten mich ca. 900 Leute mehr in Grahamstown. Das kam mir auf dem Stehempfang zugute, als die Frau des Vizekanzlers der Uni meinte:" Ahha, du bist also Christian." Das ist auch ein Weg Leute kennen zu lernen! Beim Stehempfang gab es im Gegensatz zu vielen europaeischen Konferenz-Bueffets reichlich zu essen und zu trinken. Und da fing mein Dilemma des Abends an. Ich legte mit ein wenig Wein vor. Danach ging es mit unserer Sekretaerin Gail in die Ratte. Es wollte keiner mehr mit und somit blieben wir beiden uebrig. Dort wollte ich eigentlich nur Bier trinken, aber dann entdeckte mich Vanessa. Vanessa ist eine deutschstaemmige Kellnerin in der Ratte, die freitags und samstags oft mit Minirock und Glaeserguertel, die jungen Menschen in der Ratte zum Shots trinken animieren soll. Das vermeide ich normaler Weise, da ich weder jung bin noch gerne fertige Shots (in pinkfarbenen Flaschen) trinke. Vanessa hatte mich schon am Mittwoch gefragt, ob ich nicht am Freitag in die Ratte komme und Shots trinke. Vollmundig und typisch suedafrikanisch habe ich zugesagt, in der Annahme am Freitag nicht dort aufzutauchen. Leider hatte ich das vergessen und damit war ich verloren. Also gab es noch Shots. So und an diesem Punkt kann man sich schon ausrechnen, wie es mit am naechsten Tag ging. Ich bin aber tatsaechlich noch in Richtung Yellow House weitergezogen und von dort noch ins Old Jail mit Henning, Penny und Andi. Der Kater am naechsten Morgen war ein der schlimmsten in Suedafrika.
So und zum Schluss wieder zurueck zu TIA. Diese Wochen Mittwoch fiel mal wieder das Wasser in der ganzen Stadt aus. Wir bekommen Wasser von verschiedenen Daemmen rund um Grahamstown. An dem Damm, der uns derzeit versorgt, sind 4 kaputte und eine funktionierende Reservepunpe. So und was ist diese Woche passiert? Richtig, die Reservepunmpe fiel aus. Ja und dann muessen natuerlich Teile von Pretoria bestellt werden, also faellt das Wasser in bestimmten Teilen der Stadt 4! Tage aus. Die Stadtverwaltung hier ist wirklich schlecht gefuehrt und die Leute machen immer erst etwas, wenn etwas passiert. Vielleicht mal 1-2 Pumpen reparieren, in der Zeit, wenn die Reservepumpe laeuft, faellt hier keinem ein. Und in solchen Momenten faellt immer wieder der Spruch TIA. Das sind hausgemachte Problem und die Leute in der Stadtverwaltung bekommen das einfach nicht auf die Reihe. Ein Grund ist, dass viele gute Ingenieure von hier weggegangen sind. Das ist auch weniger ein Problem von ganz Suedafrika, denn mehr ein Problem vom Eastern Cape und Grahamstown. Ja und als Deutscher, wenn auch schon seit einem knappen Jahr hier, muss man sich auch mal aufregen und meckern, sonst waere man ja nicht deutsch und Praezision und Schnelligkeit gewohnt.
Soviel von mir!

Liebe Gruesse

Christian

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